Sebastian Andersson ist am letzten Spieltag gesperrt. imago-images/Poolfoto

Ein bisschen muss sich Unions treffsicherster Torschütze derzeit vorkommen wie dem guten, alten „Jim Knopf und die wilde 13“ von Michael Ende entsprungen. Aus eiserner Sicht eben „Seb Andersson und die wilde 13“. Denn der Schwede sieht sich mit demselben Problem, wie die Piraten in dem Kinderbuchklassiker konfrontiert, dass sie eben nicht 13 waren, sondern nur 12! Und seit Sonnabend steht fest, dass der 28-Jährige eben bei einem Dutzend Buden stehen bleibt.

Denn sein etwas zu ungestümer Einsatz gegen Hoffenheims Keeper Oliver Baumann ahndete Schiri Robert Hartmann mit Gelb. Es war Anderssons fünfte der laufenden Spielzeit. Somit fehlt Unions Knipser beim Saisonkehraus am Sonnabend gegen Düsseldorf (15.30 Uhr, Alte Försterei). Es schlägt also nicht mehr 13 für den schwedischen Nationalspieler.

Nicht so schön für Unions Trainer Urs Fischer. Die Eisernen werden ja ohnehin mit Argusaugen beobachtet werden, ob sie im heißen Abstiegskampf im Sinne des Fairplay gegen die Fortuna noch einmal alles in die Waagschale werfen. Schließlich sind die Köpenicker ja so etwas wie das Zünglein an der Waage im Fernduell zwischen dem zuletzt vor 40 Jahren einmal abgestiegenen Werder Bremen und eben Düsseldorf.

Da steht auch der gute Ruf auf dem Spiel, allein schon deshalb geziemt es sich, mit der bestmöglichen Truppe aufzulaufen.

Option Abdullahi

Ein Unentschieden könnte der Fortuna ja schon reichen. Werder müsste dann mit vier Toren Vorsprung gegen Köln gewinnen, um Düsseldorf noch abzufangen. Da bei denen diese Saison zu Hause ziemlich tote Hose war – ein Heimsieg in 16 Spielen und der datiert auch schon vom 1. September (2:0 gegen Augsburg) –, spricht nicht unbedingt viel für ein neues Wunder von der Weser. Am besten, die Eisernen gewinnen, dann müssen sie sich hinterher keinerlei Vorwürfe gefallen lassen.

Welche Optionen hat Fischer nun für Sonnabend? Da es wohl kaum zu einer überraschenden Begnadigung von Sebastian Polter kommen wird, ist wohl zuvorderst Anthony Ujah gefragt. Allerdings agierte der Nigerianer immer dann am besten, wenn er Teil einer Doppelspitze war. Nur zweimal von neun Startelf-Einsätzen kam er als Alleinunterhalten an vorderster Front zum Zug. In der Hinrunde beim 1:1 in Augsburg und beim Re-Start der Liga gegen den FC Bayern (0:2).

Natürlich kann Fischer trotzdem auf diese Variante setzen. Mit Marcus Ingvartsen womöglich als hängende Spitzen dahinter. Dessen Fähigkeiten sind ohnehin bisher in der Schaltzentrale besser zur Geltung zu bringen als auf den Flügeln, wo seine Aktionen mangels Geschwindigkeit oft verpuffen. Dann schon lieber als Brummkreisel hinter Ujah.

Womit auf dem rechten Flügel ein Plätzchen für Suleiman Abdullahi frei wäre. Der kam in Hoffenheim immerhin zu seinem Comeback, sammelte knapp eine halbe Stunde Spielpraxis. Mit seiner Wucht und seinem physisch-robusten Spielstil könnte er die ideale Ergänzung zu Ujah werden, um den Düsseldorfer Beton zu knacken. Egal ob auf dem Flügel oder als Teil einer Doppel-Spitze.