Danilho Doekhi  bescherte dem 1. FC Union gegen Hoffenheim mit seinen beiden Kopfballtoren ein doppeltes Glücksgefühl.
Danilho Doekhi  bescherte dem 1. FC Union gegen Hoffenheim mit seinen beiden Kopfballtoren ein doppeltes Glücksgefühl. Imago/Matthias Koch

Der Wahnsinn hat einen Namen. Er heißt Danilho Doekhi! Als nichts mehr zu gehen schien, trat der Niederländer auf den Plan. Doppepack per Kopfball in die eiserne Glückseligkeit. Der 1. FC Union feiert zum Start nach der WM-Pause gegen die TSG Hoffenheim vor 21.747 Besuchern in der (K)Alten Försterei ein umjubeltes 3:1 (0:1). 

Aller Anfang ist schwer. Erst recht nach einer so ungewöhnlich langen Winterpause. Man weiß noch nicht so genau, wo man steht. Die Automatismen greifen noch nicht. Man müht sich redlich, aber es will nicht alles klappen. Es war nicht alles schlecht, mit Sicherheit aber nicht gut. 

Beredtes Beispiel dafür war Jordan Siebatcheu, der erwartungsgemäß den Vorzug von Kevin Behrens in der Startformation bekommen hatte. Viel unterwegs. Fleißig. Und dann mit der großen Gelegenheit seine seit Mitte September anhaltende Torflaute in der besten aller Gelegenheiten zu beenden - per Elfmeter.

1. FC Union: Siebatcheu verschießt Elfmeter

Niko Gießelmanns Freistoßflanke segelte in den Strafraum, Ihlas Bebou setzte regelwidrig die Hand ein und Schiri Robert Hartmann zeigte in der 23. Minute auf den Punkt. Klar doch, die üblichen Diskussionen. Aber Siebatcheu ließ das kalt. Der US-Nationalspieler schnappte sich die Kugel, wollte es ganz genau machen und setzte den Ball an den Pfosten, von wo er ins Toraus trudelte (24.). Hoffenheims Keeper Oliver Baumann war nicht mehr dran.

Bitter. Auch weil die Eisernen nach überstandener Anfangsviertelstunde das Geschehen halbwegs kontrollierten, ihre Chancen aber nicht nutzten. Auch mangels Präzision! 

Doekhi lässt den 1. FC Union doppelt jubeln 

Und wer vorne sündigt, den bestraft hinten der Gegner. Kurz vor dem Pausentee ließ Bebou bei einem Konter dem ansonsten starken Frederik Rönnow, der mehrfach sich mächtig hatte strecken müssen gegen Versuche von Robert Skov, keine Chance, brachte die Gäste mit 1:0 in Führung (44.). 

Durchgang zwei begann mit wütenden Unioner, die das Ding im Schneetreiben wieder drehen wollte. Endlich war mehr Bewegung in dem zuvor doch sehr statischen Spiel der Eisernen. Wir sollten mehr Energie ins Spiel bringen, verriet Danilho Doekhi spätes dass Trainer Urs Fischer mit Durchgang eins nicht so zufrieden gewesen war.

Rot oben, Blau am Boden! Der 1. FC Union jubelt nach einem Treffer gegen Hoffenheim.
Rot oben, Blau am Boden! Der 1. FC Union jubelt nach einem Treffer gegen Hoffenheim.

Doch egal was sie auf den Kasten von Baumann abfeuerten, die Schüsse wurden geblockt oder gingen wie Trimmels Kopfball (69.) daneben. Die erste Heimniederlage seit dem 15. Februar des Vorjahres (0:3 gegen Dortmund) hing in der Luft. 

1. FC Union: Zweimal Vorarbeit von Trimmel 

Doch dann trat Danilho Doekhi auf den Plan und markierte per Kopf nach einer Ecke von Christopher Trimmel den Ausgleich (73.).  Endlich mal wieder ein Assist für den Capitano, der ja demnächst auf seiner Position mit Josip Juranovic  starke Konkurrenz bekommt. „Tore nach Standards sind bei uns immer eine Waffe“, freute sich der 24-Jährige. 

Und wenn es läuft, dann läuft es. Wieder war der Niederländer zur Stelle, schädelte Ball erneut in die Maschen (90.) zum 2:1 für die Eisernen. Erneute Vorarbeit? Na, klar, Trimbo! „Ich kann mich nicht daran erinnern, wann ich das letzte Mal zwei Tore in einem Spiel gemacht habe“, jubelte der Mann des Spieles. 

In der Nachspielzeit machte Jamie Leweling dann mit dem 3:1 (90.+3) den Sack endgültig zu. 30 Punkte nach 16 Spieltagen. Rang drei! Der Unionwahnsinn geht einfach weiter. 

Lesen Sie hier mehr über den 1. FC Union >>