Völlig losgelöst! Unions Kapitän Christopher Trimmel versucht seinen frischgebackenen Vize Grischa Prömel nach dessen Treffer zum 2:1 gegen Hoffenheim zum Jubeln einzufangen.  City-Press/Matthias Renner

Ja, es geht doch. Die Eisernen können auch Große schlagen. Und das war die TSG Hoffenheim nun einmal tabellarisch gesehen. Im achten Anlauf endlich ein Dreier gegen einen aus dem ersten Tabellendrittel. Fluch ad acta gelegt. Und Union marschiert nach dem 2:1 (1:1) gegen die Sinsheimer wieder stramm Richtung Europapokal, steht nun selber als einer der Großen der Liga da! 

Der Knackpunkt des Spiels lag in der ersten Hälfte, als Union trotz ordentlicher Leistung auf einmal ins Hintertreffen geriet. Und es gibt so Dinge im Fußball, da scheiden sich die Geister. Wem ist nun dieser Wende bringende Treffer der Eisernen zuzurechnen? Andreas Voglsammer, der nach einen butterweichen Flanke von Bastian Oczipka sich einen Spitzenamen als „Air Andi“ verdienen wollte und die Kugel an die Unterkante der Latte schädelt, ehe sie dann noch im Netz lag?

Oder war es doch eher Hoffenheims Keeper Oliver Baumann, von dessen Rücken der Ball letztlich  ins Tor trudelte, ohne dass der TSG-Schlussmann dabei aber eine echte Bewegung machte? Den Eisernen war das herzlich egal. Sie feierten ihren Vogi als Torschützen.

Denn dieses 1:1 nach 22 Minuten war immens wichtig in einer munteren Partie, in der die Gäste nach 16 Minuten in Führung gegangen waren, weil erst Robin Knoche sich von Bebou hatte verladen lassen und dann Timo Baumgartl seinen Kopf nicht mehr wegbekam gegen dessen waffenscheinpflichtige Flanke (16.).

Union feierte Voglsammer

Doch Oberwasser ließen die Hausherren nicht zu. Schon Grischa Prömel hatte Sekunden nach der Gästeführung den Ausgleich auf dem Fuß, als Max Kruse in eine verunglückte Rückgabe vom Baumgartner zu seinem Keeper hineinplatzen konnte. Von wegen Momentum für die Kraichgauer nur wegen der Führung.

In der Eintrittskarte zu diesem Spiel hätte eigentlich Vergnügungssteuer ausgewiesen werden müssen. Beide Teams schenkten sich nichts. Sie suchten spielerische Lösungen. Stressten den Widersacher mit Pressing und wollten das Glück auf ihre Seite zwingen. Manch einer wollte in der Partie des Dritten gegen den Siebten kein Spitzenspiel sehen. Verdient hätte die Partie das Prädikat trotzdem.

Prömel lässt die Alte Försterei erbeben

Änderte sich auch nach Wiederanpfiff nicht. Zunächst hatten zwar die Kraichgauer leichtes Oberwasser. Doch dann hielt Union voll dagegen. Und es kam der große Moment. Am Ende war es Unions Torjäger vom Dienst des Jahres 2022, Grischa Prömel, der nach einem Lattentreffer von Max Kruse auf Vorarbeit des eingewechselten Sheraldo Becker per Kopf den Ball über die Linie drückte (73.).

„Ich habe gerade den richtigen Riecher. Ich stehe tauche an der richtigen Stelle auf und mach die Dinger weg“, freute sich Prömel, der in der Vorwoche beim 2:2 in Leverkusen den ersten Doppelpack seiner Karriere hingelegt hatte.

Diesmal ließ Union sich nicht die Butter vom Brot nehmen. Auch wenn  Hoffenheim in der Schlussphase eines Spiel schon vier Zähler erobert hatte und die Eisernen hingegen sieben liegen ließen. Diesmal nicht. Dieser Kick hätte echt mehr als nur die 3000 Besucher verdient gehabt.

Infos zum Spiel

  • 1. FC Union Berlin: Luthe 4 – Baumgartl 3, Knoche 4, Heintz 2,5 (79. Jaeckel) – Trimmel 3, Khedira 3, Oczipka 2 (89. Ryerson)  – Prömel 2,5, Öztunali 3,5 (65. Becker) – Kruse 3 (89. Behrens), Voglsammer 2,5 (79. Haraguchi)
  • TSG Hoffenheim: Baumann 3,5 – Posch 3, Vogt 3, Richards 3 – Akpoguma 4 (59. Rutter), Geiger 3,5 (89. Stiller) , Raum 4 – Baumgartner 3,5 (89. Rudy), Kramaric 3,5 – Bebou 3, Dabbur 4 (72. Larsen)
  • Schiedsrichter: Martin Petersen (Stuttgart) 4
  • Zuschauer: 3000 (ausverkauft)
  • Tore: 0:1 Baumgartl (16./Eigentor), 1:1 Voglsammer (22.), 2:1 Prömel (73.)
  • Gelb: - Akpoguma (2), Dabbur (2), Geiger (4)

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