Start nach Maß für den 1. FC Union im Pokal gegen Heidenheim: Tymoteusz Puchacz trifft zur frühen Führung.
Start nach Maß für den 1. FC Union im Pokal gegen Heidenheim: Tymoteusz Puchacz trifft zur frühen Führung. City-Press/Florian Pohl

Der 1. FC Union überwintert nach dem Europa-Cup jetzt auch im heimischen Pokal. In der zweiten Runde gab sich der Tabellenführer der Bundesliga keine Blöße und zog nach einem sehr souveränen 2:0 (1:0) gegen Zweitligist 1. FC Heidenheim ins Achtelfinale ein. Jetzt kann jeder entspannt am Sonntag die Sportschau genießen. Dort wird ab 19.15 Uhr der nächste Gegner ermittelt.

Rotation in Maßen hatte Trainer Urs Fischer vor dem Spiel angekündigt. Am Ende waren es dann doch fünf Neue, die sich im Vergleich zum 2:0 gegen Borussia Dortmund tummeln durften. Erwartungsgemäß kam Lennart Grill zu seinem zweiten Pflichtspieleinsatz im Tor. Dazu kamen Danilho Doekhi, Tymoteusz Puchacz, Paul Seguin und Sven Michel.

Und der 1. FC Union zeigte von Beginn an, wie Pokal gehen muss für einen Erstligisten, der auf einen unterklassigen Kontrahenten trifft. Nach sieben Minuten konnte Puchacz nach feinem Zuspiel von Sheraldo Becker die Eisernen in Front bringen. Sein erster Treffer für die Eisernen überhaupt. Was für eine Genugtuung für den Polen, der bislang nur einmal in der Europa League zum Einsatz gekommen war und der bei Fischer einen schweren Stand hat.

Selten einmal kamen die Gäste so klar zum Abschluss wie Andreas Geipl nach einer Viertelstunde. Aber dann war da ja noch Grill, der den Hinterhaltsschuss zur Ecke klärte. 74 Prozent Ballbesitz kennt man sonst nicht so von den Eisernen. Aber es war das richtige Rezept.

Doekhi hatte das 2:0 auf dem Kopf, aber Heidenheims Keeper Eicher was dagegen (31.). Michel verfehlte das Ziel nur knapp (34.). Und kurz vor der Pause köpft Becker die Kugel genau Eicher in die Arme. 

Der 1. FC Union ist um weitere 800.000 Euro reicher

Mit Michels Kopfballtreffer kurz nach Wiederanpfiff (52.) war das Ding dann durch. Die Eisernen waren zu konzentriert und engagiert, als das da noch was anbrennen konnte. Das Ergebnis hätte noch höher ausfallen können. Becker scheiterte allein vor dem Tor (55.), Diogo Leites Kopfball wurde auf der Linie geklärt (79.) und auch der eingewechselte Kevin Behrens scheiterte kurz vor Torschluss (89.).

836.988 Euro beschert der erneute Einzug ins Achtelfinale. Das Doppelte winkt im Viertelfinale, das Vierfache in der Vorschlussrunde. Nicht zu verachten. Aber natürlich nicht die Primärmotivation. „Wenn man an einem Wettbewerb teilnimmt, will man immer das Maximalmögliche“, ist Urs Fischers Credo.

Jetzt darf der 1. FC Union vom Endspiel träumen

Heißt übersetzt mindestens das Endspiel soll es sein. Also das, was  die Eisernen in der Vorsaison – da vielleicht noch als Überraschung – in Leipzig in einem denkbar dramatischen Halbfinale knapp verpasst hatten. 

Von der Meisterschaft träumt man höchstens in Köpenick, sieht sie nicht als realistisch an. Das Liedgut dazu existierte bereits zu Zweitligazeiten, als an eine Bundesligatabellenführung nicht zu denken war. Insofern kein neues Anspruchsdenken. Aber der Pott? Warum denn nicht? Diesem Unionjahrgang ist zuzutrauen, dass er – ein wenig Losglück vorausgesetzt – am 3. Juni im Olympiastadion nach der Trophäe greift. Der dann wohl größte Erfolg seit dem Gewinn des FDGB-Pokals 1968. 

Infos zum Spiel

  • 1. FC Union: Grill 2,5 – Doekhi 3, Knoche 2,5, Leite 2,5 – Ryerson 2, Seguin 4, Puchacz 2,5 (71. Gießelmann), - Schäfer 3 (71. Haraguchi), Haberer 4 (84. Thorsby) - Michel 2,5 (84. Behrens), Becker 3 (63. Skarke)
  • 1. FC Heidenheim: Eicher 2 – Maloney 3,5, Mainka 4,5, Siersleben 4 - Busch 3,5 (79. Rittmüller)  Geipl 3, Theuerkauf 4 (60. Burnic), Föhrenbach 4 -  Sessa 4, Beste 3 (60. Beck)  – Kleindienst 4 (60. Kühlwetter)
  • Schiedsrichter: Florian Badstübner (Nürnberg) 2
  • Zuschauer: 21.029
  • Tore: 1:0 Puchacz (7.), 2:0 Michel (52.)
  • Gelb:  Knoche - Mainka, Geipl

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