Taiwo Awoniyi erzielt den Siegtreffer für den 1. FC Union beim 3:2 gegen Bochum.
Taiwo Awoniyi erzielt den Siegtreffer für den 1. FC Union beim 3:2 gegen Bochum. imago/Matthias Koch

Aus! Aus! Aus! Die Saison ist aus! Der 1. FC Union wurde zwar nicht Weltmeister, wie Heribert Zimmermann 1954 in seiner berühmten Reportage aus dem Wankdorf-Stadion einst so euphorisch ins Mikro röhrte. Aber mit dem  3:2 (2:0) gegen den VfL Bochum krönten die Eisernen eine sensationelle Spielzeit, stürmten als Bundesligafünfter in die Europa League. Welch ein Wahnsinn. Durchaus sensationell zu nennen. Nach dem Wunder von Bern nun das Wunder von der Wuhlheide!

Eine Saison zum Knutschen. Ach, was! Eine zum Heiraten liegt hinter den Köpenickern. International gespielt und am Überwintern gekratzt. Halbfinale im DFB-Pokal. Schon in der Vorwoche hatte sich Freiburgs Coach Christian Streich verwundert die Augen gerieben über diese Eisernen: „Ich weiß nicht, wie sie es gemacht haben, aber sie haben es gemacht.“ Und hörten auch zum Schluss nicht auf! Union siegt im Fünf-Millionen-Euro-Spiel!

Schon vor dem Spiel gab es Blumen für Jakob Busk, Bastian Oczipka, Suleiman Abdullahi, Anthony Ujah und natürlich Grischa Prömel. Das Quintett wurde auf dem Rasen verabschiedet. Ein letztes donnerndes „Fußballgott“ erklang für sie von den Rängen. Auf der Waldseite gab es für Prömel noch ein Banner der Fans mit der Aufschrift: Mit Union gewachsen, geworden, was du bist: Aufstiegsheld, Führungsfigur und Bundesligist – Danke Grischa!

Und dann ging sie los, die wilde Hatz auf die Europa League. Und passender konnte es gar nicht sein. Ausgerechnet der nach Hoffenheim abwandernde Grischa Prömel köpfte eine wunderbare Flanke von Genki Haraguchi zur frühen Führung (5.) in die Maschen des Bochumer Gehäuses. Sein achter Saisontreffer. Persönlicher Rekord!

Bochum mit starker zweiter Hälfte

Die Party war nach fünf Minuten eröffnet, Köln (in Stuttgart) und Freiburg (in Leverkusen) waren im Dreikampf um Europa gefordert. Einziger Wermutstropfen bis dahin: Sheraldo Becker musste verletzt nach 18 Minuten raus. Als Trostpflaster gab es wenig später einen Handelfmeter nach Videobeweis. Taiwo Awonyiy ließ sich die Chance vom Punkt aus nicht entgehen und  erhöhte mit seinem 14. Saisontreffer auf 2:0 (25.).

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Erst nach der Pause wollte der Gast auch an der Party teilnehmen, kam durch Simon Zoller (55.) und Eduard Löwen (79.) sogar zum Ausgleich. Ein Kölner Treffer und es wäre nur noch die Conference League gewesen. Doch dann erlöste Awoniyi die Eisernen aus ihren Qualen, stellte mit dem 3:2 (88.) die Weichen endgültig auf Sieg. Mit blankem Oberkörper feierte der Nigerianer den Treffer. Geschenkt, dass es dafür Gelb gab! Kurzfristig gab es nach dem Abpfiff auch einen Platzsturm, doch schnell begaben sich die Fans wieder auf die Ränge. Es sollte ja vor vor der Stadion kräftig gefeiert werden!

Noten und Infos zum Spiel

  • 1. FC Union: Luthe 3 – Jaeckel 3, Knoche 3, Ryerson 2,5 (82. Öztunali) - Trimmel 3, Khedira 3 (82. Behrens), Oczipka 3,5 – Haraguchi 2,5 (66. Schäfer), Prömel 3 – Becker - (18. Michel 3,5/46. Voglsammer 3), Awoniyi 2
  • VfL Bochum: Esser 3,5 – Gamboa 3,5, Losilla 3, Bella Kotchap 4 (65. Holtmann) –, Bockhorn 4, Tesche 4, (46. Löwen 3), Osterhage 3,5, Soares 3 – Asano 2,5 (80. Bonga)- Polter 4, Zoller 3,5 (89. Hartwig)
  • Schiedsrichter: Marco Fritz (Korb) 2
  • Zuschauer: 22.012 (ausverkauft)
  • Tore: 1:0 Prömel (5.), 2:0 Awoniyi (25./Handelfmeter), 2:1 Zoller (55.), 2:2 Löwen (79.), 3:2 Awoniyi (88.)
  • Gelb: Michel (2), Trimmel (5), Awoniyi (1) - Losilla(5), Tesche (2)

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