Volle Ränge, geile Stimmung. Union verteidigt seien Pläne, wie wieder Zuschauer in die Stadien gelassen werden können.  Foto: City-Press

Der 1. FC Union  legt in der Debatte um seinen Plan, wie Menschen wieder ins Stadion gebracht werden können nach. Einen Tag nach der Presserklärung zu Corona-Massentests als Grundvoraussetzung für einen sichereren Stadionbesuch, hat Pressesprecher Christian Arbeit  die anspruchsvollen und ehrgeizigen Pläne verteidigt.

"Menschen flehen uns jeden Tag an, dafür zu sorgen, dass sie zurückkommen können. Damit wollen wir uns befassen. Das ist der Hintergrund unserer Gedanken. Daher ist das sicherlich auch ein Beitrag zu der jetzt laufenden Debatte, wie wir mit dieser Pandemie umgehen", sagte der 46-Jährige in einem rbb-Interview. 

Die Eisernen wollen mit dem Vorstoß auch eine Vorreiterrolle einnehmen. Denn die Zeit bis zum Ligastart ist knapp. In zehn Wochen geht es schon wieder los. Und die Mühlen der Politik mahlen bekanntlich langsam. "Uns geht es nicht darum, von vornherein in Reduktion zu denken", so Arbeit. Mit nur 1000 oder dann irgendwann mal vielleicht 5000 Fans im Stadion gehe der Fußball, für den die Eisernen stehen und den sie lieben, kaputt. Und wirtschaftlich wirklich hilfreich sei es das eh nicht. Dann wie in Geisterspielen lieber auf die Kohle verzichten, aber Fans das Stadionerlebnis ermöglichen.

"Es geht darum, die Menschen ernst zu nehmen, aber auch darum, Menschen sicher an Veranstaltungen teilnehmen zu lassen", so Arbeit weiter. Zudem hält Unions Mediensprecher ein anderes Szenario für völlig unrealistisch: "Abstand zu halten bei einem Fußballspiel, so emotional wie das ist. Wer soll das kontrollieren?", sagte der Geschäftsführer Kommunikation und setzt auf Vertrauen. "Wir werden sehr klar erläutern, wie wir uns das vorstellen. Natürlich werden wir alles mit dem Gesundheitsamt und mit dem Berliner Senat diskutieren. Es geht hier ja nicht um einen Alleingang, sondern darum einen Weg zu finden, der sehr viel Sicherheit gewährleistet."

Die Köpenicker wollen das Konzept  - der KURIER berichtete am Freitag - zugleich mit umfassenden Tests auf das Coronavirus für alle Stadionbesucher umsetzen und die Zusatzkosten dafür mit der Hilfe von Partner selber tragen. "Wir wissen, dass es grundsätzlich auch technisch und organisatorisch möglich sein wird, 22 000 Menschen in einem kurzen Zeitraum zu testen. Wäre das ausgeschlossen, hätten wir diesen Vorschlag nicht unterbreitet", betonte Arbeit. Der Klub wolle die Pläne so schnell wie möglich konkretisieren.

Mit seinem in Deutschland bislang einmaligen Vorhaben hatte Union mächtig Staun aufgewirbelt. Die Debatte, ab wann wieder Profifußball vor Zuschauern möglich sein wird, ist voll entbrannt. Und für Union ist klar, wann das sein soll: Ab dem 18. September, wenn der erste Spieltag der kommenden Saison steigt, Dann wollen die Köpenicker wieder eine "Vollauslastung" des Stadions An der Alten Försterei genießen können.