Sven Michel hat wie weitere Sturm-Kollegen beim 1. FC Union in der Vorbereitung zweimal getroffen und drängt sich bei Trainer Urs Fischer auf.
Sven Michel hat wie weitere Sturm-Kollegen beim 1. FC Union in der Vorbereitung zweimal getroffen und drängt sich bei Trainer Urs Fischer auf. dpa/Fahy/BELGA

Sie ballern um die Wette, dass es die reinste Freude ist. Fünf Testspiele hat der 1. FC Union nach der WM-Pause absolviert. Alle fünf gewonnen! Und dabei Tore satt erzielt. 14:5 Treffer lautet die Bilanz. Und die Angreifer geben sich erheblich Mühe, ihrem Trainer Urs Fischer das Leben schwer zu machen. Denn alle wiesen nach, dass sie wissen, wo die Kiste steht.

Nachdem zu Saisonbeginn Sheraldo Becker und Jordan Siebatcheu gesetzt gewesen waren, scharren die Jungs dahinter nun mit den Hufen. Sie wittern Morgenluft. Zumal Siebatcheu in der Liga zuletzt nicht gerade vom Glück verfolgt gewesen war. In den beiden Kicks unmittelbar vor der WM-Unterbrechung hatte Fischer daher dem US-Nationalspieler eine Pause verordnet, Kevin Behrens zweimal hintereinander in die Startelf beordert. Der rechnet sich natürlich jetzt was aus.

Im Trainingslager im spanischen Campoamor hängt sich der 31-Jährige voll rein. Im zweiten Teil des Doppelpack-Tests gegen den FC Augsburg machte er beim 4:1 seine Bude. Eigentlich waren es sogar zwei, aber der Unparteiische ließ einen Treffer aus unerklärlichen Gründen nicht gelten.

1. FC Union: Sven Michel drängt sich per Doppelpack auf

Auch Sven Michel übt Druck auf Urs Fischer aus. Der 32-Jährige glänzte gegen die bayerischen Schwaben mit einem Doppelpack, zudem konnte sich auch Jamie Leweling an einem Treffer erfreuen. „Für das Selbstbewusstsein ist es natürlich wichtig, Tore zu schießen. Gerade als Stürmer“, erklärte Leweling.

Urs Fischer hatte zudem gefallen, dass er nach zwei glücklosen Versuchen nicht nachgelassen hatte und sich dann dafür belohnen konnte. Leweling hofft nun auf mehr Spielzeit im neuen Jahr: „Am Anfang war es schwierig für mich. Ich musste viel lernen. Aber ich komme immer besser rein. Ich denke, dass die Rückrunde für mich persönlich positiver verläuft“, so der immer noch erst 21-Jährige.

Siebatcheu spürt also die Meute im Nacken. Da wird es dem Selbstvertrauen des Franco-Amerikaners gutgetan haben, dass er im ersten der beiden Kicks den Siegtreffer zum 1:0 souverän vom Punkt verwandelt hatte. Auch beim 3:2 gegen St. Pauli kurz vor Weihnachten hatte er ja einmal ins Schwarze getroffen. Dort trugen sich zudem Tim Skarke und Behrens ebenfalls in die Schützenliste ein.

Fünf treffsichere Stürmer, aber nur zwei Plätze frei beim 1. FC Union

Auch Sheraldo Becker sprüht derzeit vor Spiellust, auch wenn ihm gegen den FCA kein Tor gelang. Aber der Nationalspieler des Suriname hatte ja zuvor schon beim 2:0 gegen Hansa Rostock einen Doppelpack abgeliefert.

Alle seine Angreifer liefern derzeit ab, haben bis auf Leweling zwei Treffer erzielt in der Vorbereitung. Urs Fischer hat also die Qual der Wahl. Und einen Fingerzeig, wer beim Start nach der Winterpause neben Becker ran darf, wird es sicherlich bei der Generalprobe am kommenden Sonnabend (14. Januar, 15.30 Uhr) gegen den slowakischen Erstligasechsten MSK Zilina geben.

Fünf Doppeltorschützen, aber nur zwei freie Plätze im Sturm. Scheint so, als ob Fischer Fünfe gerade werden lassen muss. Denn alle könnten gerade in leichter Abwandlung einen Gunter-Gabriel-Klassiker anstimmen: „Hey, Boss! Ich will mehr aufs Feld!“

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