Und hoch das Bein: Christopher Lenz im Zweikampf mit Gladbachs Patrick Herrmann. Foto: imago images/Moritz Müller/Pool/Team2

Für die einen ist es ein Wiedersehen mit der eigenen Vergangenheit. Für Unions Linksverteidiger Chistopher Lenz beispielsweise, der von 2012 bis 2016 in Gladbach unter Vertrag stand. Für die anderen ist es eine Begegnung, an die sie nicht so gern erinnert werden. Trainer Urs Fischer beispielsweise. Der denkt vor dem Auftritt seiner Truppe am Sonnabend (15.30 Uhr/Borussiapark) ungern an das letzte Gastspiel der Eisernen am Niederrhein zurück. Denn da waren seine Eleven mehr oder weniger chancenlos und mit einem 1:4 noch leidlich gut bedient.

Die Aussichten, dass die Fohlen seitdem etwas schwächer daherkommen, werden nicht nur von Experten eher als gering eingeschätzt. „Mönchengladbach ist eine Mannschaft, die einen kaum veränderten Kader hat. Die Spieler kennen sich und sind eingespielt. Ganz wichtig wird sein, dass wir mutig sind. Die Balance zwischen Defensive und Offensive muss stimmen“, erklärte Fischer und sieht eigentlich nur eine Chance, beim Vorjahresvierten zu bestehen: „Nur zu verteidigen wird nicht funktionieren – nur blind nach vorn zu laufen auch nicht. Wir brauchen sicher einen perfekten Tag.“

Um diesen irgendwie zu erzwingen, hat Fischer die Seinen mit explizitem Videomaterial traktiert. „Wir haben uns schon die eine oder andere Aktion aus diesem Spiel angeschaut und werden es auch noch morgen tun“, so Fischer. Klares Motto: Learning by doing. Also aus Fehlern Erkenntnisse gewinnen. „Es wird wichtig, mutig zu sein, und wichtig, ein Gleichgewicht zu haben, sie auch mal zu Fehlern zu zwingen, das haben wir dort nicht gut gemacht. Dann siehst du die Qualität, die Gladbach hat, das nutzen sie schon sehr gut aus“, so der Schweizer Fußballlehrer.

Kruse näher an der Startelf

Lang, lang ist’s her: Christopher Lenz im Dress der Borussia. 
Foto: imago images/Uwe Kraft

Christoper Lenz, der bei der letzten Begegnung Ende Mai aus einer Verletzung zurückkam und da auch nicht seinen besten Tag hatte, sieht es ähnlich. Der 26-Jährige kann die Spielstätte der Fohlen übrigens mit Fug und Recht als sein temporäres Zuhause bezeichnen. Das Nachwuchs-Internat der Rheinländer ist in den Borussia-Park integriert und Lenz – so berichtet er vergnügt – saß manchmal „um Mitternacht im Stadion und habe einen Kakao getrunken“.

Ob ihm der Auftritt am Sonnabend ebenso munden wird, ist zu hoffen. Aber einfach wird es nicht. Selbst wenn Max Kruse – ebenfalls an alter Wirkungsstätte – eine größere Rolle spielen soll als bei seinem Debüt in der Vorwoche gegen Augsburg. „Für 90 Minuten ist er ganz sicher noch nicht bereit, aber schon weiter als vor einer Woche“, so Fischer.