Bilder, die man nie vergisst! Sebastian Polter (M.) umringt von den Kollegen nach seinem 1:0-Elfmetertor gegen Hertha BSC beim allerersten Bundesligaderby zwischen Union und den Blau-Weißen. imago/Mausolf

Sonnabend, 15.30 Uhr. Der letzte Kraftakt des Jahres steht an für die Eisernen. Im Stadion an der Castroper Str. bekommt es der 1. FC Union zum Halbserienausklang mit Aufsteiger Bochum zu tun. Eigentlich ein ganz normaler Kick für die Eisernen. Wäre da nicht diese eine Personalie: Unioner – stolpert bloß nicht in die Polterfalle!

Sebastian Polter ist die Tormaschine beim VfL. Schon sechs Buden hat der wuchtige Mittelstürmer erzielt. Etwas mehr als Drittel aller Bochumer Treffer. Womit er die ihm immer wieder gern mal abgesprochene Bundesligatauglichkeit unter Beweis gestellt hat.

Union kennt diesen Polti und sein Durchsetzungsvermögen im Strafraum bestens. Mit 42 Toren im Bundesligaunterbau ist er bis heute zusammen mit Torsten Mattuschka Zweitligarekordtorschütze der Eisernen. Sein wichtigstes Ding machte er aber nach dem Aufstieg – den Elfmeter beim ersten Stadtderby gegen Hertha BSC. Unvergessen sind die Bilder in Köpenick, wie Polter & Co. seinerzeit am Zaun vor der Waldseite standen und ihre Freude aus sich herausbrüllte. Ein Stück Uniongeschichte hat der 30-Jährige damit geschrieben. Und es ist wohl nicht zu viel zu sagen, dass das kein Stino-Punktspiel wird, sondern ein besonderer Kick. Für Polter und die Eisernen!

Wann immer das Gespräch auf ihn kommt, wird auch immer gerne der Aufstiegsnacht im Mai 2019 gedacht, als Polti in den frühen Morgenstunden und nur mit Socken und Schlüpfer bekleidet irgendwann doch den Weg in seine gar nicht so weit von der Alten Försterei gelegene Wohnung fand. Ein echtes Feierbiest eben.

Die Trikotfarbe hat sich geändert, seine Jubelposen nicht: Bochums Sebastian Polter feiert seinen Treffer gegen Dortmund am vergangenen Wochenende. AP/Martin Meissner

Doch feiern soll am Sonnabend nicht der VfL und der gebürtige Wilhelmshavener. Sondern Union will vor dem Fest sich noch einmal selbst bescheren. Möglichst in Form von drei Punkten.

Was aber nicht ganz einfach wird. Der Revierklub ist für einen Aufsteiger mächtig gut unterwegs, hat mit 20 Zählern die Hälfte der Miete für den Klassenerhalt bereits eingefahren. Das Erfolgsrezept erklärt Polter mit Worten, die sich nach einer typischen Beschreibung der Eisernen anhört. „Jeder Einzelne weiß, was er dafür tun muss und ordnet sich dem unter. Damit meine ich nicht nur die erste Elf, sondern den gesamten Kader und auch die, die auf der Tribüne gesessen haben. Wir pushen uns gegenseitig und versuchen, uns im Training zu Höchstleistungen zu treiben. Das sieht man dann am Wochenende auch auf dem Platz“, so der Blondschopf. 

Wenn es nach Union geht, gerne wieder im kommenden Jahr. Aber nicht noch mal jetzt. Denn kein Köpenicker möchte am Sonnabend in die Polterfalle stolpern.

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