Unions Taiwo Awoniyi - hier im Luftkampf mit Bochums Erhan Masovic - musste zuletzt einiges aushalten.  City-Press/Firo Sportphoto

Gehört haben sie noch nichts aus Nigeria. Dabei müsste der dreifache Afrika-Meister ja so langsam seinen Kader für den bald beginnenden Afrika-Cup benennen. Und natürlich macht sich Unions treffsicherster Angreifer Taiwo Awoniyi berechtigte Hoffnungen darauf, bei der 33. Auflage des Kontinental-Championats seine Farben beim Turnier in Kamerun (9. Januar bis 6. Februar) vertreten zu können. 

Auch wenn Gernot Rohr (68) vom nigerianischen Verband geschasst worden ist, heißt das nicht, dass sein Nachfolger Augustine Eguavoen (56) Unions neunfachen Liga-Torschützen nicht auch auf dem Zettel hat. Wenn es ganz blöde läuft für die Eisernen, müssen sie nicht nur beim Rückrundenstart in Leverkusen (8. Januar) auf Awoniyi verzichten, sondern der 24-Jährige würde weitere drei Ligaspiele und das brisante Pokal-Derby bei Hertha BSC (19. Januar) verpassen. 

Urs Fischer möchte beides

Sollte der Abstellungsantrag der Super Eagles noch in Köpenick eintrudeln, wird man diesen – Pandemie-Probleme und Sicherheitsfragen hin oder her – nicht ablehnen. „Bis jetzt habe ich noch nichts gehört. Am Schluss hätte ich gerne beides. Ich würde es ihm gönnen. Ich bin froh, das muss nicht ich entscheiden“, so Trainer Urs Fischer. Klonen kann man Awoniyi ja leider nicht ...

Fischer weiß nur zu gut, was eine Berufung für Awoniyi bedeuten würden. „Es gibt nichts Größeres, als für sein Land zu spielen“, ist ein ständig von Fischer hergebetetes Mantra. Awoniyi die Reise zu verwehren, würde Konfliktpotenzial unnötig heraufbeschwören. 

Umgekehrt besteht die berechtigte Hoffnung, dass der 24-Jährige beflügelt aus Kamerun zurückkehrt und danach mit noch mehr Schwung und den gemachten Erfahrungen zurückzahlen wird, was jetzt schon richtig gut ist. Einen Schützen auf Rang fünf der Torjägerliste hinter den üblichen Verdächtigen wie Robert Lewandowski, Erling Haaland & Co. auflisten zu können, darauf hätte in Köpenicker keiner groß gewettet, obwohl man der Überzeugung war letzten Sommer, dass die rund 6,5 Millionen Euro Ablöse an den FC Liverpool gut investiertes Geld sein würde.  

Awoniyi wirkte zuletzt ein bisschen  überspielt

„Er hat richtig Entwicklungsschritte gemacht. Er hatte einen tollen Start, aber am Schluss ein bisschen zu kämpfen. Vielleicht war er am Ende ein bisschen überspielt. Ich weiß nicht, ob er jemals schon so viele Spiele in einer Saison gemacht hat. Das ist was Neues bei ihm“, so Fischer über den Nigerianer.

Erfahrungen, die den jungen Angreifer laut Fischer weiterbringen werden. „Vielleicht war es dann ein bisschen zu viel von allem. Er musste ein bisschen leiden, aber auch das hilft ihm bei seiner Entwicklung“, freut er sich schon jetzt wieder auf einen Awoniyi in Normalform. 

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