Unions Keeper Andreas Luthe streckt sich vergeblich, kann den Schuss von Emil Forsberg - noch mit dem Haarschopf ganz links zu sehen - nicht mehr abwehren.  Foto: City-Press/Matthias Renner

Einmal musste es ja mal wieder passieren. Nicht immer ist das Matchglück auf der Seite der Eisernen. In Leipzig konnte Union sich am Tag des 55. Vereinsgeburtstags trotz eines sehr ordentlichen Auftritts am Ende nicht belohnen, verlor gegen den Tabellenzweiten knapp, aber doch nicht unverdient mit 0:1 (0:0). 

Die spannende Frage vor dem Spiel war, ob die Eisernen all die Unruhe rund um den Skandal um angeblichen   Rassismus sowie die Ermittlungen gegen Cedric Teuchert und Florian Hübner wegstecken könnten. Die ersten 45 Minuten lieferten dafür eine eindeutige Antwort - ja!  Obwohl Trainer Urs Fischer erneut viel umstellen musste. Christopher Trimmel saß nur auf der Bank, Grischa Prömel war offenbar wegen einer Blessur gar nicht erst mit nach Leipzig gefahren. Zum Glück konnte Hübner doch mitwirken, dessen Einsatz unter der Woche nach einem Trainingsunfall arg fraglich ausgesehen hatte. 

Wie gegen all die anderen Großen der Liga stellten die Eisernen auch hier die Hausherren vor eine mächtige Aufgabe. Eine, an der Leipzig trotz schwungvollem Beginn immer zu verzweifeln schien. Ideenloses Angerenne. Es gab einfach kein Durchkommen. Eine einzige Chance erspielten sich die Sachsen vor der Pause. Dies mitten in einer Phase, in der Union sie auf einmal vorne in Verlegenheit zu bringen schien. Doch der aus dieser Situation resultierende Konter wurde von Nkunku  kläglich vergeben (36.). 

Forsberg macht das Tor des Tages

Auch in der zweiten Hälfte bot sich zunächst das gleiche Bild. Leipzigs Chancen blieben übersichtlich. Erneut scheiterte Nkunku, diesmal an Andreas Luthe (64.).

Union stand weiter hinten ruhig, verteidigte alles weg, was auf sie zukam und hoffte auf den berühmten Nadelstich. Für den sollten dann die eingewechselten Marius Bülter und Neuzugang Leon Dajaku sorgen, die nach einer Stunde die doch ziemlich unauffällig gebliebenen Taiwo Awoniy und Teuchert ersetzten.

Doch dann klapperte es doch unter dem zunehmendem Druck der Hausherren. Der eingewechselte Forsberg ließ Luthe nach feinem Kombinationsspiel mit Sabitzer und Olmo keine Chance, erzielte das 1:0 (70.). Mehr als die Fingerspitzen bekam Unions Keeper Luthe nicht dran an die Kugel. 

Die Spielweise der Eisernen - 126,5 km Laufleistung - ist halt sehr kraftverschleißend. Vorne gelang einfach zu wenig, waren viele Versuche zu unpräzise und versandeten im Ansatz, um noch mal einen Coup landen zu können. Auch wenn Bülter einmal noch Gulacsi prüfte in der Nachspielzeit. Nicht umsonst hat Leipzig mit Upamecano & Co. die beste Abwehr der Liga. Und diesmal auch die nötige Geduld, um Union in die Knie zu zwingen.