Nico Gießelmann hat sich gegen Augsburg bei Union-Trainer Urs Fischer für weitere Auftritte empfohlen.
Nico Gießelmann hat sich gegen Augsburg bei Union-Trainer Urs Fischer für weitere Auftritte empfohlen. Imago/Matthias Koch

Nico Gießelmann war der Einzige, der berechtigte Kritik vorbringen konnte. Oder sogar musste? Dass Kevin Behrens das zweite Ding nicht gemacht hatte, wurmte ihn. „Ich hab ihn doch in meiner Kicker-Startelf“, so der Linksverteidiger, der seinem Kollegen aber nicht wirklich gram sein konnte. Gibt halt so Tage, wo es eigentlich nur einen Sieger geben darf, am Ende aber genau das nicht passiert. Das 2:2 des 1. FC Union gegen den FC Augsburg fällt in diese Kategorie.

Gießelmann selber scheiterte gegen die Fuggerstädter ja auch knapp. Aber wenigstens hat er Behrens einen serviert, per Freistoß. Half ja auch. Im Manager-Spiel und im realen Fußball. Und da, das machte Gießelmann deutlich, sind die bislang erreichten 27 Zähler für die Eisernen ein außerordentlich guter Wert. Eine Ausbeute, die weitaus mehr als die Hälfte der Liga gerne hätte. Man muss da nur mal im Westend der Stadt nachfragen. „Ich bin schon stolz auf das, was wir geleistet haben“, meinte der Niedersachse nach dem für die Gäste etwas schmeichelhaften Remis gegen Augsburg.

Eine Ausbeute, die Gießelmann aber nicht langt. Sondern die in Freiburg veredelt werden soll. Im – Trommelwirbel, Tusch –Verfolgerduell des FC Bayern. „Da treffen zwei Mannschaften aufeinander, die einen klaren Plan haben, die ihre Ziele gut verfolgen, sich von außen nicht so viel reinreden lassen. Egal was da kommt. Beide haben das ganze Jahr 2022 extrem gut gespielt. Was die Freiburger geleistet haben, gerade auch in der Europa League, da muss man ihnen ein Kompliment machen. Das wird ein schönes und intensives Spiel“, so Gießelmann. 

Gießelmann will drei Punkte für den 1. FC Union in Freiburg

Trotzdem geht er davon aus, dass auch im Breisgau noch drei Punkte drin sind. Vielleicht auch, weil die Großen langsam von hinten drücken, es in der Tabelle „schön kuschelig wird“, wie Gießelmann es ausdrückte. Zuletzt hatten die Köpenicker ja ein glückliches Händchen bei den Badenern, konnten drei von vier Gastspielen dort gewinnen. Auch, weil Urs Fischer sein Gegenüber mehrfach ausgeguckt hatte. 

Klingt nach einem guten Omen. „Aber das wird ein hartes Stück Arbeit. Freiburg steht nicht umsonst auch da oben. Und trotzdem werden wir uns wieder einen guten Plan zurechtlegen, um auch dieses Spiel wieder gewinnen zu wollen“, schickte Gießelmann schon mal ein kleine Kampfansage gen Süden. 

Gießelmann macht beim 1. FC Union Werbung in eigener Sache 

Offen ist dabei nur, ob er wieder mithelfen kann. Respektive darf. Immerhin konnte er gegen die bayerischen Schwaben mal wieder Werbung in eigener Sache machen, nachdem er sich eine ganze Weile gedulden musste, weil Urs Fischer mehr auf das Tandem Julian Ryerson und Christopher Trimmel baut und einmal sogar Tymoteusz Puchacz ein Gnadenbrot gab. Nicht ganz einfach zu ertragen für den gebürtigen Hannoveraner.

„Ich bin schon ein ehrgeiziger Spieler. Das frisst einen schon ein bisschen auf, wenn man nicht ran darf. Aber ich glaube, ich konnte heute ne ganz gute Reaktion zeigen und der Mannschaft helfen. Ich war erst einmal froh, dass ich auf dem Platz stehen durfte und zeigen konnte, dass ich auch noch da bin“, meinte der 31-Jährige. Vielleicht heißt es ja in Freiburg erneut für ihn: Gießelmann, geh du voran!

Lesen Sie hier mehr über den 1. FC Union >>