Die Spieler des 1. FC Union und von Schalke 04 setzen ein Zeichen gegen Rassismus vor dem Anpfiff der Bundesliga-Partie am Sonntag im Stadion An der Alten Försterei. Foto: Union-Pool/AP/Koch

Es hatte in Dortmund seinen Anfang genommen beim Spiel zwischen dem BVB und der Hertha. Und natürlich fand es jetzt seine Nachahmer. Die Bundesliga setzt ein Zeichen gegen Rassismus. Auch beim Spiel des 1.FC Union gegen Schalke 04. Eine weithin sichtbare Protestaktion für den bei einem gewaltsamen Polizei-Einsatz in Minneapolis/Minnesota in den Vereinigten Staaten ums Leben gekommenen George Floyd. 

Union-Star Christian Gentner erläutert, warum dieser Knie-Kreis als eine Geste der Solidarität mit der "Black-Lives-Matter"-Bewegung für ihn so wichtig ist. "Diese Strahlkraft, die der Fußball hat, die Plattform, die wir haben, sollten wir auch für Dinge und Themen nutzen, die weit über den Sport hinausgehen. Das ist ein sehr, sehr wichtiges Thema, um darauf aufmerksam zu machen", sagte der 34-Jährige.

Die Geste, sich niederzuknien als Zeichen des Protestes, stammt aus dem Jahr 2016. Der US-Football-Star Colin Kaepernick war während der Nationalhymne aufs Knie gegangen, um ein Zeichen gegen die Unterdrückung von Schwarzen in den USA zu setzen. Damit zog sich der ehemalige Quarterback der San Francisco 49ers einst den Zorn von US-Präsident Donald Trump zu.

Christian Gentner ist ein Fixpunkt im Mittelfeld der Eisernen.  Foto: dpa/Andreas Gora

Nicht das Einzige, was Genter rund um die Partie gegen Schalke (1:1) bewegte. Der Mittelfeldspieler war so etwas wie der Mann des Spiels, auch wenn Robert Andrich das einzige Tor der Köpenicker erzielt hatte. Natürlich hätte er gerne einen Dreier mitgenommen, aber am Ende konnte er gut mit dem Punkt leben. Zum einen, weil die Haupt-Konkurrenz aus Bremen und Düsseldorf nicht herankam und nur noch vier Spiele anstehen.

Aber auch, weil alle Welt versucht darauf hinzuweisen, dass die Eisernen seit dem Re-Start nicht so richtig in den Tritt gekommen sind. Für Union sei das kein Thema. "Das wird von außen mehr zu uns hereingetragen. Wir sehen das gar nicht so. Wir hatten schwere Gegner mit Bayern, Gladbach und Hertha. Gegen Mainz waren wir über eine Halbzeit in Unterzahl", so Gentners Ansicht.

Wir haben nie davon geträumt, dass wir nach 28 Spielen schon den Klassenerhalt sicher haben.

Unions Christian Gentner

Man dürfe sich natürlich nicht zurücklehnen, aber Grund zur Panik bestünde nicht. "Es war nicht alles schlecht die letzten Wochen. Wir haben jetzt unsere Highlight-Spiele, in denen wir punkten können. Wir haben nie davon geträumt, dass wir nach 28 Spielen schon den Klassenerhalt sicher haben. Es wird bis zum Schluss ein harter Fight", so der zweifache Deutsche Meister mit Stuttgart 2007 und Wolfsburg 2009. Übrigens ist Gentner derzeit der einzige aktive Bundesliga-Kicker, dem dieses Kunststück  in diesem Jahrtausend gelang, ohne je bei Bayern oder in Dortmund gespielt zu haben.  

Folglich überwog bei ihm am Ende mehr das Positive als die Trauer über zwei verschenkte Punkte: "Ich bin hochzufrieden. Vor allem mit der Leistung in den ersten 20, 30 Minuten, wo wir schon 3:0 führen müssen, ehe Schalke überhaupt das erste Mal aufs Tor schießt. Das können wir uns definitiv vorwerfen. Aber da waren ganz viele Dinge dabei, die wir für die letzten Wochen einfach benötigen, um die Punkte zu holen zum Klassenerhalt."