Dirk Zingler, der Präsident des 1. FC Union, sprach im Trainingslager in Österreich mal wieder Klartext.
Dirk Zingler, der Präsident des 1. FC Union, sprach im Trainingslager in Österreich mal wieder Klartext. Imago/Matthias Koch

Neue Spielzeit, altes Spiel. Dirk Zingler, der Präsident des 1. FC Union, nimmt auch in der neuen Saison kein Blatt vor den Mund. In einer Medienrunde im Trainingslager in Neukirchen nahm sich der 57-Jährige die DFL zur Brust. Die Ansetzung des Derbys gegen Hertha BSC gleich am ersten Bundesliga-Spieltag geht ihm arg gegen den Strich.

„Derbys haben immer einen Alleinstellungscharakter. Sie sind etwas Besonderes im Spielplan. Jetzt hat man es auf den ersten Spieltag gelegt – das ist schlecht von der Liga“, sagte Zingler im Salzburger Land.

Der 1. FC Union empfängt den Lokalrivalen am 6. August (15.30 Uhr, Sky) im Stadion An der Alten Försterei. Die Verlosung der Tickets an Nicht-Dauerkarten-Inhaber beginnt am Freitag. Das Rückspiel im Olympiastadion ist für den 18. Spieltag am Wochenende vom 28. bis 30. Januar 2023 terminiert. Bisher hatten die Berliner Bundesliga-Derbys mitten in der Saison – meist im November und im April – stattgefunden.

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Union-Boss Zingler hätte ein Derby in der Halbserie gefreut

„Ich hätte mir das Derby später gewünscht. Zum einen bereitet man sich auf den ersten Spieltag und den Beginn der Saison vor. Dann freut man sich im Laufe der Spielzeit auch auf das Derby. Jetzt ist es im Grunde genommen in einen Vorgang gepackt worden. Ich hätte es mir anders gewünscht – irgendwo in der Mitte, also auf keinen Fall auf den ersten Spieltag“, monierte Zingler.

Er hätte auch noch erwähnen können, dass in Berlin zu dem Zeitpunkt noch Ferien sind. Viele altgediente Union-Fans würden sich da im Urlaub befinden und so den Kick gegen die Jungs aus dem Westend der Stadt verpassen.

In der vergangenen Saison hatte Union beide Bundesliga-Duelle (2:0, 4:1) und das Pokal-Achtelfinale (3:2) gegen den Lokalrivalen gewonnen und die Spielzeit sensationell auf dem fünften Platz abgeschlossen.

Einschränkungen durch Corona erwartet Zingler übrigens eher nicht. Mit Genugtuung sieht er, dass alle Konzepte für so einen Fall eigentlich der vorgeschlagenen Vorgehensweise der Köpenicker während der Pandemie entsprechen. Sprich ausgiebiges Testen vor einem Einlass ins Stadion. Das ganze eventuell gepaart mit Maskenpflicht. Union war seinerzeit heftig dafür attackiert worden. Auch vom Rest der Branche.

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Zingler freut sich über verärgerte Konkurrenten wie Wolfsburg und Hoffenheim

Der gab Zingler en pessant sportlich noch einen mit auf den Weg. „Wir geben mit am wenigsten für einen Punkt aus. Wir spielen im kleinsten Stadion der Liga. Wir bringen die Konstruktion zum Einstürzen. Wir erreichen etwas in Berlin, was bisher nicht gelungen ist. Da werden woanders Fragen gestellt“, sagte Unions Boss zum Vergleich mit der teils deutlich finanzkräftigeren Konkurrenz.

„Ich bin froh, dass wir vor Wolfsburg und Hoffenheim gelandet sind. Das muss man sich mal vorstellen. Das ist Wahnsinn. Deshalb verstehe ich den Ärger dort“, fügte der Unternehmer an. Interessanterweise erwähnt er hier ausdrücklich sogenannte Werksklubs, die die 50+1-Regel nicht beherzigen oder trickreich umgehen.

Er hätte, was Geldverbrennungsanlagen angeht, aber an dieser Stelle getrost noch Hertha BSC erwähnen können, die in den letzten Jahren munter die 374-Millionen-Euro-Finanzspritze von Investor Lars Windhorst versenkt hatten. „Wenn ich unsere Mittel, unsere Etats und die Ausgaben pro Punkt betrachte, ist der Ertrag für uns wie die der Gewinn der deutschen Meisterschaft“, meinte Zingler.

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