Muss derzeit alle Eventualitäten für eine dritte Bundesligasaison abdecken: Unions Manager Oliver Ruhnert.  Foto: Imago/Contrast/Oliver Behrendt

Das Derby? Abgehakt. Auch wenn Union ein bisschen zwei verlorenen Punkten nachtrauert, wie Manager Olive Ruhnert am Tag danach verriet. „Das 1:1 tut uns nicht so weh, als wenn es um den Klassenerhalt ginge. Aber es war trotzdem zu wenig. Die ganze zweite Halbzeit war ein Spiel auf ein Tor, aber wir haben zu wenig daraus gemacht. Ich weiß gar nicht, ob Luthe überhaupt noch einen Ball aufs Tor bekommen hat außer dem Elfmeter“, so der 48-Jährige.

Mit nunmehr 39 Punkten steht der Klassenerhalt zwar immer noch nicht fest, aber selbst die Eisernen gehen davon aus, dass das Ding durch ist. „Unsere Planungen laufen klar auf erste Liga hinaus, und das nicht erst seit gestern, auch wenn es theoretisch anders kommen könnte", verriet Ruhnert und gab en passant preis, dass Union auch schon erste Verpflichtungen getätigt habe. 

Union will Awoniyi halten

„Wir werden ein Team an den Start bringen, das seine Rolle in der Liga zu finden bereit ist. Und die größte Herausforderung ist dabei, erneut den Klassenerhalt zu bewerkstelligen“, sagte Unions Manager, ohne dabei in Details gehen zu wollen. Was auch daran liegen könnte, dass die Neuzugänge womöglich bei anderen Klubs noch um wichtige Ziele kämpfen und man da naturgemäß keine Unruhe reinbringen will. 

Gesucht wird in allen Mannschaftsteilen. Bedingt auch durch die zahlreichen Leihgaben. Immerhin ließ Ruhnert, der durch die coronabedingten Mindereinnahmen nur von einem Budget wie in dieser Spielzeit ausgeht und nicht auf mehr Geld durch das verbesserte TV-Ranking spekuliert, durchblicken, dass man sich um eine dauerhafte Verpflichtung von Taiwo Awoniyi bemühen wolle. Wobei er auf die Schwierigkeiten hinwies – die auch Loris Karius betreffen –, dass Liverpools To-do-Liste andere Prioritäten aufweisen würde, so dass sich da alles hinziehen könne. So es denn finanziell für Union überhaupt machbar sei. 

Ich plane für Union

Oliver Ruhnert zu Schalke-Spekulationen

Eine mögliche Mehrbelastung durch eine womögliche Europapokalteilnahme hätte für ihn keinen Einfluss auf die Kadergestaltung. „Die hätten wir gerne. Aber wir planen nur für die Bundesliga. Das ist für uns das Entscheidende“, so Ruhnert deutlich. 

Spekulationen, dass er – wie von manchen befürchtet – womöglich im Sommer einem Heimruf aus Gelsenkirchen erliegen würde, wischt er vom Tisch. „Ich sitze ja heute hier vor ihnen in meiner Funktion für Union, dass ich hier Planungen mache für die kommende Saison, ist eindeutig so“, sagte Ruhnert, der das Projekt, Union dauerhaft in Liga eins zu verankern, für sich noch nicht als beendet ansieht. Weitere „vier, fünf, sechs Jahre“ Erstklassigkeit würden dazu wohl noch gebraucht, so seine Einschätzung.