Der Kopfball ins Glück: Unions Grischa Prömel agiert wie ein klassischer Mittelstürmer und macht das 2:1 gegen Hoffenheim. imago/Matthias Koch

Dirk Zingler musste im Vorrübergehen noch was loswerden. „Als ob wir den Jungs den Pudding klauen würden“, zischte es etwas belustigt hinter dem maskierten Gesicht des Union-Präsidenten hervor. Eine Anspielung auf die Pressekonferenz nach dem 2:1 gegen Hoffenheim, als man bei der Ursachenforschung für Grischa Prömels Höhenflug von Trainer Urs Fischer wissen wollte, wie ihm das gelungen sei. Ob er beispielsweise damit gedroht habe, dem mit vier Buden mittlerweile zweitbesten Schützen der Eisernen den Nachtisch zu streichen, wenn er nicht endlich mal so etwas wie Torgefahr entwickelt.

Fischer nahm das Ganze sehr humorbefreit auf. Trocken eben, wie es so oft seine Art ist. Dabei ist er von Haus aus kein Mensch, der zum Lachen in den Keller geht. „Das ist eigentlich auch seine Aufgabe“, so seine erste Anmerkung zu Prömels Tor. Und dann kam statt des verdienten Lobes für den 27-Jährigen fast ein Hauch von Kritik hinzu.

„So ein bisschen ist es das, was uns in dem ein oder anderen Spiel gefehlt hat. Dass die Achter diese Wege machen, die weh tun. Sebastian (Hoeneß, Anm. d. Red.) hat das ganz gut beschrieben. Es war ein Tor aus einer Willensleistung heraus. Ich glaube, dass die beiden Tore gegen Leverkusen ihm sehr gut getan haben. Heute hat er uns drei Punkte gebracht“, so der 55-Jährige.

Neuer Maßstab für Prömel

Prömel selber, der nach dem Doppelpack in Leverkusen zum Rückrundenauftakt, sich in der Kabine einiges anhören durfte, präsentierte sich ein Stück weit lockerer. „Es wurde ja schon in der Kabine gewitzelt, dass zwei Tore jetzt immer der Maßstab sind. Heute hat es leider nur zu einem gereicht. Aber wir haben die drei Punkte mitgenommen, deswegen können wir damit besser leben als in der Vorwoche“, so die Arbeitsbiene im Mittelfeld der Eisernen.

Erklären kann er seine plötzlichen Torjägerqualitäten auch nicht so richtig. „Ich habe gerade den richtigen Riecher. Ich stehe an der richtigen Stelle und tauche im Sechzehner auf und mach die Dinger gerade weg“, so der Ex-Karlsruher, der nach dem gegen Hoffenheim für 250 Pflichtspiele geehrten Christopher Trimmel mittlerweile der zweitdienstälteste Kicker der Eisernen geworden ist.

Prömel lobt Becker

Dabei hat er Fischers Forderungen nur perfekt umgesetzt. Auftauchen im Strafraum. Die Wege machen. Und dann eben da sein. Und das richtige Maß an Bescheidenheit legte Prömel nach dem Schlusspfiff auch noch an den Tag, vergaß nicht, sich bei Sheraldo Becker zu bedanken, der sein 2:1 nach einem perfekten Zusammenspiel mit Max Kruse eingeleitet hatte.

„Wir wissen natürlich, was wir mit Sheraldo Becker haben. Das ist ein Spieler, der den Unterschied ausmachen kann, wenn der ins Laufen kommt. Dann drehen hier die 3000 Fans durch, weil alle wissen, den kannst du einfach ins Laufduell schicken. Der fliegt dann durchs Stadion und ist immer für ein paar gute Momente zu haben“, so Prömel.

Darauf baut Union auch am Mittwoch. Denn da, da ließ Prömel keine Zweifel aufkommen, will er im DFB-Pokal weiterkommen. Unbedingt. Auch wenn das erneut wie gegen Hoffenheim ein zähes Ringen werden kann. „Es ist sehr viel harte Arbeit für die gesamte Mannschaft. Wenn man aber heute wieder sieht, welche Intensität und Power wir auf den Platz bringen, macht’s einfach nur Spaß“, so Prömel. Und dieser Spaß soll noch lange nicht vorbei sein. Egal ob Prömel trifft. Oder eben ein anderer.

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