Union-Trainer Urs Fischer schien selbst irritiert, als sich Stürmer Anthony Ujah (r.) gegen Hertha plötzlich zur Einwechslung bereit machte.  Imago

Es wäre das i-Tüpfelchen auf einen perfekten Abend des 1. FC Union gewesen! Stürmer Anthony Ujah stand nach unfassbarer Leidenszeit im Derby gegen Hertha BSC in der Nachspielzeit zur Einwechslung bereit. Das Problem: So richtig abgesprochen war das wohl nicht. Union lacht über den kuriosen Comeback-Versuch von Ujah. 

„Ich weiß auch nicht, was da geschehen ist, ob er das von sich aus gemacht hat. Er wollte wohl unbedingt aufs Feld“, schmunzelte Union-Trainer Urs Fischer und beteuerte: „Es war wirklich nicht geplant.“

Leidenszeit von Anthony Ujah vorbei

Worum geht’s? Kurz vor Abpfiff und mit dem 2:0 im Rücken standen in der 90. Minute mit Andreas Voglsammer (29), Julian Ryerson (24) und Ujah drei eiserne Profis zur Einwechslung bereit. Das Problem: Union hatte bereits dreimal gewechselt. Nur noch maximal zwei frische Kräfte durften aufs Feld. Laut Coach Fischer sollten das Voglsammer und Ryerson sein.

Ob Union tatsächlich kurz vorm Wechsel-Fehler stand oder Ujah nur brutal heiß darauf war, gegen Hertha wieder mitzumischen, bleibt wohl ein eisernes Geheimnis. Klar ist dagegen: Ujah ist wieder da. Nach mehr als 500 Tagen!

City-Press
Das Knie hält: Anthony Ujah im Test gegen den SV Lichtenberg 47 am 1. September. 

Zuletzt stand Tony in einem Pflichtspiel am 27. Juni 2020 auf dem Platz. Beim 3:0 gegen Düsseldorf traf Ujah zum 1:0 und bereitete einen weiteren Treffer vor. Ein Ausrufezeichen zum Saisonende – und der Beginn einer verdammt langen Leidenszeit.

Fischer stellt Ujah Einsätze in Aussicht

Eigentlich sollte die Knie-OP im Sommer 2020 nur ein Routine-Eingriff sein. Doch dann erlebte Ujah zahlreiche Rückschläge. Das Knie hielt den Belastungen einfach nicht mehr stand. Zwischendurch schob er, der fast immer ein Lächeln auf den Lippen hat, nur noch Frust. Eine Prognose für seine Rückkehr wollte er nicht mehr abgeben.

Umso größer war der Jubel der Fans an der Alten Försterei vorm Anpfiff gegen Hertha, als Stadionsprecher Christian Arbeit verkündete, dass der Nigerianer nach mehr als eineinhalb Jahren endlich wieder im Kader sei.

Die Sympathien von den Rängen gingen Ujah runter wie Öl. Und: Fischer stellt ihm in den nächsten Spielen tatsächlich Einsätze in Aussicht. Auch, weil der mit Corona infizierte Kevin Behrens noch ein bisschen fehlen wird. Fischer: „Für Toni war es wichtig, nach so langer Zeit im Kader zu stehen. Vielleicht kann er in Frankfurt oder gegen Leipzig auch wieder ins Spiel eingreifen.“

Vorausgesetzt, Union hat nicht bereits fünfmal gewechselt ...

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