Packt im Trainingslager in Bad Wörishofen überall mit an, wo es Not tut: Unions Kapitän Christopher Trimmel. Foto: Matthias Koch

32 Spiele, bester Vorlagengeber, Kapitän. Unangefochten also beim 1.FC Union. Doch die neue Saison hat noch nicht mal begonnen, da wird Christopher Trimmel die Binde streitig gemacht. Max Kruse (32) wollte von ihm bei seinen allabendlichen Sofagesprächen im Trainingscamp in Bad Wörishofen scherzhaft wissen, wann er denn gedenkt, das kleine Stückchen Stoff an den Neuzugang rüberzureichen.

Der 33-Jährige musste über diese Frechheit selber lachen. Abgeben? Die Binde? „Gar nicht. Der Versuch war da. Aber ich habe schon immer gesagt, dazu muss ich schon den Verein verlassen oder aufhören mit Fußballspielen“, sagte der gebürtige Burgenländer, der in sein siebtes Jahr bei den Eisernen geht.

Auch in dieser Spielzeit wird Trimmel wieder sehr gefragt sein. Nicht nur auf dem Feld, sondern auch als Integrationsbeauftragter. Weniger bei TV-Entertainer Kruse („Da muss man nicht viel machen. Der weiß schon, wie das funktioniert, der kommt aktiver auf uns zu“), mehr aber bei Neuzugang Keita Endo. „Bei Keita sind wir schon sehr dran. Wir unternehmen auch privat sehr viel mit ihm. Ich habe das Riesenglück, dass ich zwei Freunde habe, die mit Japanerinnen verheiratet sind. Von daher habe ich ihn da auch schon gut connectet in Berlin, dass er wenigstens ein bisschen Anschluss hat. Das wird ganz schnell gehen. Er ist sehr bemüht, Deutsch zu lernen“, so Trimmel.

Aber das ist nicht die Hauptaufgabe im Allgäu-Camp. Union ackert mit Volldampf für die neue Saison. Da sind freie Nachmittag wie am Donnerstag natürlich willkommen. Trimmel: „Die Belastungssteuerung ist in dieser Phase sehr wichtig. Beim Training müssen wir alle voll fokussiert sein, da tun solche Pausen auch mal gut, wenn man sieht und merkt, dass die Spieler müde sind. Wichtig ist, dass wir gut trainieren, das haben wir bislang echt gut gemacht“, meint der Haudegen, der in der Vorsaison offenbar die Quelle der Jugend entdeckt hat. So sehr wetzte er die rechte Flanke auf und ab ...

Fischer korrigiert viel und früh

Unterschiede zum Vorjahr hat Trimmel auch ausgemacht bei den Eisernen. Zum Beispiel, dass Trainer Urs Fischer noch früher korrigierend eingreift. Trimmel: „Ich will nicht sagen, dass er derzeit kleinlich ist, aber er korrigiert gleich jede Kleinigkeit, spricht sie sofort am Platz an. Da geht es um erste Kontakte, Konzentration. Kommunikation ist ein Riesenthema. Das machen wir schon nicht so schlecht, aber wenn du in der Bundesliga auch das zweite Jahr bestehen möchtest, dann musst du dich in allen Bereichen verbessern.“

Immerhin kann keiner überrascht sein. Fischer hatte seiner Truppe schon vor dem Trainingslager mitgeteilt, dass er sie zu nerven gedenke. Kein Problem! „Denn das“, so Trimbo, „ist auch gut so.“