Der Ball schlägt nach einem Kopfball von Bayerns Benjamin Pavard zum 0:2 im Union-Tor ein. Foto: Hannibal Hanschke/Pool via Getty

Es hätte ja klappen können. Viel hat nicht gefehlt beim Re-Start der Bundesliga und dem ersten Pflichtspiel der Eisernen nach 71 Tagen mit dem 0:2 (0:1) gegen die Bayern. Am Ende lassen sich die Eisernen gegen den Rekordmeister nur durch zwei Standards rumkriegen. Schade, Union! Denn gerade beim Elfer liegt Neven völlig daneben.

Eigentlich ist Neven Subotic in seinem 229. Bundesligaspiel der mit Abstand erfahrenste Akteur bei den Eisernen, denn Christian Gentner, der in den Reihen der Rot-Weißen allein noch mehr Partien auf dem Buckel hat, sitzt zunächst auf der Bank. Was im Abwehrmann aber in Minute 39 vorgeht, ist deshalb nur schwer zu verstehen. Subotic ist dabei, die Bayern bei einer weiteren vagen Gelegenheit auszubremsen – und doch haut er Leon Goretzka in die Beine. Elfmeter, klare Sache, aber einer wie aus dem Nichts.

Das ist ganz blöd gelaufen. Völlig unnötig kommt dieser 0:1-Rückstand durch Robert Lewandowski (40.) zustande. Dabei wartet Rafal Gikiewicz im Duell gegen seinen polnischen Landsmann bis zum allerletzten Moment, hat dann aber doch keine Abwehrchance. Nichts ist es, den haushohen Favoriten weiter zu ärgern, was ein wenig mit Hilfe des Video-Assistenten gelungen war, der ein früheres Tor von Thomas Müller wegen hauchdünnen Abseits nicht anerkannte (17.).

Andersson bleibt lange auf der Bank

Etwas überraschend ist es durchaus, dass sich Trainer-Ersatz Markus Hoffmann in Absprache mit Urs Fischer (weil sein Schwiegervater gestorben war, fehlte der Chefcoach, da er in der Kürze die Corona-Regeln nicht einhalten konnte) neben Gentner zunächst auch auf Sebastian Andersson verzichtet hat. Aber der Schwede, mit elf Treffern der beste eiserne Schütze, hatte Trainingsrückstand. „Phasenweise haben wir den Bayern dennoch unser Spiel aufdrängen können“, findet Markus Hoffmann, „das war nicht immer schön, doch auch wir hatten unsere Chancen.“

Stimmt! Bis zuletzt die Bayern nicht aus den Augen zu verlieren, sie zu beschäftigen und sich erst mit dem 0:2 durch Benjamin Pavard (80., Kopfball nach Ecke von Joshua Kimmich) geschlagen zu geben, ist durchaus anständig. Auch was die Abwehr – mit Ausnahme des Subotic-Fehlers – leistet, ist reif. So richtig kommen die Bayern nicht ins Laufen. Gikiewicz hat erstaunlich wenig zu tun, weil seine Vorderleute ihm die Arbeit zumeist abnehmen. Na gut, auch die Münchner sind noch nicht wieder im Rhythmus, auch sie feilen an Details, wären sie deshalb vielleicht mit Hilfe des 12. Mannes, mit Publikum, stärker zu beeindrucken gewesen?

„Wir merken, was diesen Job besonders macht“, gibt Subotic zu, „das sind die Fans. Auf dem Platz hat es sich aber trotzdem richtig gut angefühlt.“ Ein wenig Respekt hatten die Gäste aber doch vor der sonstigen Mega-Kulisse. „Das war ein kleiner Vorteil für uns“, sagt Thomas Müller, „weil wir wissen, dass in der Alten Försterei das Publikum das Zünglein an der Waage sein kann.“

Das ist (leider) nicht passiert. Vielleicht aber ist das am Freitag andersherum, wenn es ins leere Olympiastadion zum Derby gegen Hertha geht …