Nein, Oliver Ruhnert (r.) hat Max Kruse hier nicht den Marsch geblasen. Aber manchmal möchte er bestimmt seinen Worten Nachdruck verleihen im Gespräch mit dem exzentrischen, sehr lebenslustigen Star-Spieler.  Foto: Matthias Koch

Das Max Kruse in seinen eigenen vier Wänden einem Egoshooter-Spiel frönt und dabei die Netzgemeinde virtuell daran teilhaben lässt - geschenkt. Ist halt sein Ding und nicht der Rede wert, selbst wenn es bis 1 Uhr in der Nacht ging.  Doch seine Zockerei in einer Shisha-Bar mit Fans, wenig Abstand und in der Öffentlichkeit, schmeckte beim 1. FC Union in Zeiten der sich wieder zuspitzenden Corona-Krise nicht wirklich jemandem. 

Zocken mit Fans klingt erstmal lustig. Volksnaher Star eben. Wenn er am Ende 400 Euro verliert, trifft es ja keinen Armen. Aber in Zeiten des Abstandhaltens, des Distanzwahrens, ist eine enge, verräucherte Shisha-Bar nicht zwingend das Etablissement, was einem dazu als Erstes einfallen würde. Immerhin hat er ja eine gewisse Verantwortung, auch den Kollegen im Team gegenüber.

Max Kruses Instagram-Storx vom Zocken von Magic Tower mit Fans in einer Shisha-Bar.  Foto: Screenshot Instagram

„Ich habe es nicht mitbekommen, aber davon gehört. Oliver Ruhnert hat heute zu der Mannschaft gesprochen, dass wir uns wirklich an die Regeln halten müssen. Dass wir dem Pandemielevel gerecht werden müssen, drauf hat er eindringlich hingewiesen“, meinte Trainer Urs Fischer ohne ausdrücklich Kruse zu nennen.

Er wollte das als mehr als sachdienlichen Hinweis an alle verstanden wissen, auch weil die DFL den Vereinen in Bezug auf das Hygienekonzept einige Änderungen mitgeteilt hat. Es gelte jetzt eine ausgeweitete Maskenpflicht. Die Coronatests müssen neuerdings alle vor der Abfahrt erfolgt sein, auf dem Weg hin zu und bei einem Spiel sollen die Profis noch mehr in einer Blase sein. 

Doch all diese Worte treffen natürlich auch auf Kruse zu.  „Olli war sehr deutlich in seiner Wortwahl“, meinte denn auch Fischer. Mal sehen, ob die Botschaft vernommen worden ist.