Mann des Tages bei den Niedersachsen: Josip Brekalo war von Christopher Trimmel & Co. einfach nicht in Griff zu kriegen.  Foto: dpa/Swen Pförtner

Die einen wollten in die Königsklasse, die anderen auf einen Platz, der Europa verheißt. Am Ende setzte sich das Team mit den größeren Ambitionen durch. Wolfsburg darf nach dem 3:0 (1:0) gegen den 1. FC Union weiter von der Champions League träumen, die Eisernen müssen sich strecken, um im Rennen mit Mönchengladbach Schritt zu halten.

Mit Wolfsgeheul vom Band beginnen die Kicks beim VfL recht martialisch. Dem hatten die Eisernen kaum etwas entgegenzusetzen. Obwohl sie vor der Partie von einem Motorrad-Korso der Eisernen Biker vom Hotel bis zum Stadion eskortiert worden waren. Aber die VfL-Kicker stürzten sich wie ein ausgehungertes Rudel auf die Eisernen, bestimmten die Partie von Beginn an und gingen durch Brekalo auch verdient in Führung (12.). Sie hätten sogar mehr reißen können, doch Weghorst (21.) und Philipp (26.) scheiterten aus aussichtsreicher Position. 

Es dauerte, bis die Köpenicker in die Partie fanden und in Gestalt von Joel Pohjanpalos mit einem Schuss aus der Drehung eine Art Lebenszeichen sendeten (30.). Der Ausfall von Robert Andrich (Probleme mit dem großen Zeh), der beim Erwärmen einsehen musste, dass es nicht ging, war zu merken. Union war viel zu wenig präsent in den Räumen. So kann man gegen Hetzjäger kaum bestehen. „Das war viel zu wenig. Darüber müssen wir reden“, ärgerte sich Trainer Urs Fischer.

Unions Eiserne Biker an der Arena der Wölfe, nachdem sie den Mannschaftsbus vom Hotel zum Stadion eskortiert hatten.  Foto: Mathias Bunkus

Immerhin war Union nach der Pause ohne den verletzungsbedingt ausgewechselten Marcus Ingvartsen viel agiler. Sogar einen Pfostenschuss von Pohjanapalo (56.) gab es zu bewundern, auch wenn ein Treffer wegen Abseits nicht gezählt hätte. Petar Musa versagten in aussichtsreicher Position die Nerven (62.). Da halfen auch die kaum zu überhörenden, lautstarken Anfeuerungsrufe der Eisernen Biker, die sich übrigens alle vor ihrer Tour aus Berlin auf Corona hatten testen lassen, hinter dem Stadion nichts.

Als auf der Gegenseite das 2:0 (63.) fiel – wiederum durch Brekalo, der später auch den Schlusspunkt setzte (89.) –, war der Drops gelutscht. „Wir brauchen gegen jeden Gegner einen perfekten Tag. Der geht mit dem Anpfiff los und nicht nach einer halben Stunde, wenn alles schon vorbei ist“, zog ein enttäuschter Oliver Ruhnert das Resümee des Tages. Das wird den Saisonerfolg nicht schmälern. Aber ärgern tut es die Eisernen schon.