Dresdens Ehrenspielführer Eduard „Ede“ Geyer verfolgt auch heute noch den Fußball im Osten gerne live im Stadion. imago/Dennis Hetzschold

Er ist ein Kult-Trainer. Mit Energie Cottbus stand Ede Geyer im Pokalfinale und zog mit den Lausitzern in die Bundesliga ein. Auch heute ist der 77-Jährige dem Fußball weiterhin verbunden und als Kenner der Ost-Fußball-Szene immer wieder ein gefragter Mann. Jetzt äußerte sich Geyer auch zum Berliner Fußball und gibt gewohnt bissig seine Einschätzung ab. Während er auf Union Lobeshymnen anstimmt („Die muss man einfach gerne haben. Wer dagegen ist, hat keine Ahnung.“), kassiert Hertha eine dicke Watschn. 

„Seit Jahrzehnten ist es ja eigentlich die Hertha, die um den Final-Einzug im eigenen Stadion kämpft und es noch nie geschafft hat. Nun kann es plötzlich Union Berlin schaffen. Das wäre für Hertha sicherlich fast eine Beleidigung“, erklärt Geyer im Gespräch mit dem RBB.

Geyer glaubt an Union als Pokalsieger

Den Köpenickern drückt er auf ihrem Weg ins Finale – am 1. März kommt St. Pauli zum Viertelfinale in die Alte Försterei (20.45 Uhr, ARD) – alle Daumen. „Ich wünsche es Union auf jeden Fall. Wenn man sich die Mannschaften anschaut, die noch dabei sind, dann haben sie eine reelle Chance, Pokalsieger zu werden“, so der gebürtige Dresdner.

Die Arbeit, die die Köpenicker derzeit unter dem kongenialen Duo Urs Fischer und Manager Oliver Ruhnert abliefern, nötigt ihm höchsten Respekt ab und erinnert Geyer ein klein wenig an seine Zeit mit Cottbus, auch wenn die finanziellen Möglichkeiten heute anders seien als vor rund 20 Jahren.

Geyer: „Der Klub hat sich hochgekämpft. Und mittlerweile haben sie sich etabliert. Sie sind ein bisschen ein Aushängeschild. Für andere Mannschaften ist das vielleicht ein kleiner Fingerzeig, wie man es machen könnte.“

Union gewinnt, damit machen sie alles richtig

Kritikern, die Union ein unattraktives Spiel vorwerfen, hält er im Stil von Altmeister Otto Rehhagel entgegen, dass guter Fußball sei, Spiele zu gewinnen und nicht nur nach Schönheitspreisen zu streben. Außerdem gelte es, aus den vorhandenen Möglichkeiten das Maximale herauszukitzeln. Geyer: „Es wird immer wieder gemäkelt, dass die Mannschaft zu viele lange Bälle spielt – alles Quatsch. Am Schluss musst du Spiele gewinnen, Union hat das hingekriegt.“

Geyer lobt auch RB Leipzig

Weniger auf Gegenliebe im Lager der Eisernen werden seine Worte zu RB Leipzig stoßen, erklärtermaßen das große Feindbild der Köpenicker und quasi das komplette Gegenprodukt zu allem, wofür Union steht. Geyer: „Wie sie das bisher gemacht haben, das ist beispielhaft. Wenn der Verein weiter so klug arbeitet, kann er auf lange Sicht immer zu den ersten drei, vier Mannschaften der Bundesliga gehören.“

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