Union und Yunus Malli verloren zwar das direkte Duell gegen Hertha, könnten aber am Ende der Saison in der Tabelle vor dem Rivalen stehen.  Foto: AFP

Die verrückteste Saison in der Geschichte der Bundesliga biegt auf die Zielgerade. Zwei Spieltage vor Schluss sind sowohl der 1. FC Union als auch Hertha BSC gerettet. Nach unten und nach oben geht für beide Berliner Klubs nichts mehr. Und dennoch geht es noch um so viel. Denn Blau-Weiß und Rot-Weiß trennen in der Tabelle nur vier Tore. Keiner will am Ende hinter dem anderen stehen. Deswegen heißt es für die letzten beiden Spieltage: Stadtmeisterschaft reloaded!

Für Union ist die Saison in Butter. Der Klassenerhalt ist geschafft. Die letzten beiden Partien an diesem Sonnabend (15.30 Uhr) bei 1899 Hoffenheim und am kommenden Sonnabend (15.30 Uhr) gegen Fortuna Düsseldorf sind Bonusspiele.

Eigentlich. Denn mit einer ordentlichen Punkt-Ausbeute könnten die Eisernen (38 Zähler) in der Tabelle neben Schalke (39) vor allem auch den Stadtrivalen (38) überholen. Sollte Union am Saisonende tatsächlich vor Hertha landen, würde das die historisch erste Bundesligaspielzeit der Köpenicker krönen. Und den blau-weißen Rivalen mächtig ärgern.

Die Offiziellen halten sich mit Kampfansagen zurück. „Wir versuchen, diese beiden Spiele zu gewinnen. Am Schluss siehst du, wo man gelandet ist“, sagt Trainer Urs Fischer. Eine Wunschplatzierung mag der Schweizer auch nicht nennen.

Thema in der Kabine 

Die Spieler sollen in der Kabine aber schon darüber reden, dass man jetzt noch Hertha hinter sich lassen kann. Das wäre eine kleine Genugtuung nach der 0:4-Klatsche am 22. Mai im leeren Olympiastadion.

Die inoffizielle Stadtmeisterschaft hat Union trotz des 1:0-Erfolges im Hinspiel eigentlich verloren. Doch wenn Union in der Endabrechnung vor Hertha steht, wäre das den meisten Anhänger der Eisernen vermutlich schnuppe.

Nach dem 30. Spieltag betrug der Rückstand auf den damaligen Neunten Hertha noch sieben Punkte und fünf Plätze. Zuletzt holte Union gegen Schalke (1:1), in Köln (2:1) und gegen Paderborn (1:0) aber sieben Punkte in drei Spielen. Bei Hertha kam im selben Zeitraum nichts mehr dazu. Deshalb hoffen die Union-Fans auf die tabellarische Stadtmeisterschaft. Aktuell trennen die punktgleichen Herthaner und Unioner nur vier Tore. Von den Ansetzungen her scheint Union das leichtere Programm zu haben. Allerdings kämpft Hoffenheim um das Erreichen der Europa League – und Düsseldorf verzweifelt gegen den Abstieg.

Um sich nichts nachlassen zu können, wird Union wohl mit der Stammelf antreten. Die Verteidiger Florian Hübner (Fußverletzung) und Christopher Lenz (Sprunggelenk) fallen allerdings aus.