So sehen Sieger aus: Die Eisernen feiern ihre drei Treffer und drei Punkte gegen Werder Bremen. Foto: dpa/Andreas Gora

Wenn mir jemand mal gesagt, hätte dass ich dem Ergebnis eines Samstagabendspiels zwischen Bayer Leverkusen und Eintracht Frankfurt entgegenfiebern würde, den hätte ich für verrückt erklärt. Was interessieren mich die Hessen? Oder gar die Pillendreher?  

Und doch ist das auf einmal Realität. Denn die Eisernen – kneif mich mal einer – haben nach 31. Spieltagen dicke, fette 46 Punkte auf dem Konto. Also weit mehr als Schalke und Hertha BSC zusammen. Allein das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Und sollte sich daran bis Saisonende nichts mehr ändern, sind die Jungs aus dem Westend der Stadt mit an hoher Wahrscheinlichkeit grenzender Sicherheit abgestiegen und die kommende Spielzeit bleibt derbylos. Wahnsinn!

Konkurrenten unter Druck

Sechs Punkte aus der englischen Woche sind eine formidable Ausbeute. Stuttgart wurde abgehängt. Freiburg musste Federn lassen. Rang sieben ist also möglich. Egal wie schwer das Restprogramm ist. Auch mehr als nur die Play-offs zur Europa Conference League ist nicht auszuschließen. Auch wenn  da jetzt wirklich alles passen muss und in zwei Wochen in Wolfsburg eine richtige Hürde im Weg aufkreuzt. 

Die Unioner wollten ihr Chance auf Europa suchen, und sie halten Wort. Vielleicht kommt es sogar zu einem kleinen Endspiel im Rheinland in knapp drei Wochen? Undenkbar ist das nicht. Der Druck auf Leverkusen, Gladbach und den ganzen Rest wächst auf jeden Fall. Also auf Mannschaften, die mit ganz anderem Geld und Spielermaterial im Fußballoberhaus unterwegs sind. Union nicht als „Best of the rest “irgendwo im Niemandsland der Tabelle, sondern mittenmang dabei unter den Top-Klubs. Allein das ist schon so etwas wie die ganz eigene Europacup-Qualifikation für die Eisernen. Selbst wenn die am Ende misslingen sollte.