Später Jubel ist um so schönerer Jubel: Marius Bülter drückt Torschütze Cedric Teuchert (l.). 

Foto: Ottmar Winter

Endlich eine Feier gegen Bayer, den bisherigen Angstgegner. Cedric Teuchert sei Dank! Der scheitert zwei Mal und bleibt beim dritten Versuch cool. Mit 1:0 bezwingt der 1.FC Union den nächsten Großen und klettert zumindest für eine Nacht auf Platz vier. 

Trainer Urs Fischer änderte erwartungsgemäß nicht viel, vertraute den Jungs, die es zuletzt gegen Bremen und Wolfsburg gut gemacht hatten. Nur Grischa Prömel kehrte nach abgesessener Gelbsperre  für Sebastian Griesbeck zurück ins Team. 

Das sah sich einigen Problemen gegenübergestellt, weil Leverkusen über die Flügel und da vor allem über die rechte Seite mit Moussa Diaby ordentlich Druck entfaltete. Doch das Zentrum konnten die Eisernen dicht halten und sie hatten bei ihren wenigen Angriffsbemühungen sogar die besseren Chancen. Zunächst scheiterte Robert Andrich mit einem Distanzschuss an Lukas Hradecky (4.), dann setzte Marvin Friedrich einen Kopfball freistehend neben das Gehäuse (21.),  respektive an den Außenpfosten. 

Bayer war weiter emsig bemüht, aber nicht dazu in der Lage, durchzukommen. Zu dicht gestaffelt stand die eiserne  Abwehr, die sich in alles reinschmiss, was auf sie zukam. Natürlich brauchte es da auch ein wenig Glück. Fast hätte Nadiem Amiri nach einem Tunnel von Diaby gegen Christopher Lenz die Lücke gefunden (37.). Andreas Luthe wäre wohl machtlos gewesen, aber dann war doch wieder ein rotes Bein dazwischen. 

Teuchert lässt Union träumen

Torlos ging es in die Pause, nach 45 Minuten, in denen Leverkusen mehr spielte und Union kämpfte und zudem den Ausfall von Sheraldo Becker verkraften musste, der sich in einem Zweikampf mit Edmond Tapsoba wohl am Sprunggelenk verletzt hatte (24.). Unverdient war das Remis nicht, auch wenn die Gäste ein gepflegteres Aufbauspiel betrieben. 

Und dann wäre der Plan von Urs Fischer fast aufgegangen mit den berühmten Nadelstichen. Cedric Teuchert, von Grischa Prömel wunderbar freigespielt, stand allein vor Lukas Hradecky und setzte die Kugel nur an den Pfosten (50.). Da hatte jeder im Stadion und an den Bildschirmen der Republik den Torschrei schon auf den Lippen gehabt. Nochmal hatte Teichert dazu die Gelegenheit, die Eisernen in Führung zu bringen bei einer 3:2-Situation im Konter. Diesmal setzte er die Kugel links neben den Pfosten (60.). Dann erging es Christopher Trimmel bei einem Hinterhaltsschuss ähnlich (64.). 

Auch Bayer hatte Chancen. Doch, doch. Nur waren die nicht so klar, wie die der Hausherren. So blieb es eben weiter eng. Und man konnte sich des Eindrucks nicht erwehren, dass diejenige Mannschaft als Verlierer vom Platz gehen würde, die den ersten Fehler macht.

Der passierte den Gästen. Und Cedric Teuchert blieb cool, ein langer Sprint aus der eigenen Hälfte und diesmal zappelte die Kugel nach einem cool von Lenz eingeleiteten Konter im Netz. 1:0 für Union! Was ein traumhaftes Ende.