Die Augen nach vorn! Stuttgart ist abgehakt, Union freut sich auf Borussia Dortmund. Foto: imago images/Matthias Koch

Man hatte sich gefreut. Auf Wunderkind Erling Haaland. Der ist nach seiner Reha in Katar zwar wieder zurück in Dortmund, aber an einen Trip am Freitag (20.30 Uhr) nach Berlin zum 1. FC Union ist noch nicht zu denken. 

Doch auch ohne den Norweger verfügt der BVB ja über eine veritable Rasselbande, auf die man sich als Fußballfan nur freuen kann. Ein Jadon Sancho, ein Jude Bellingham. Dazu Wunderkind Youssoufa Moukoko und Giovanni Reina – alles hochtalentierte Kicker. Manch einer vielleicht ein künftiger Weltstar. Und dazu noch frei empfangbar beim ZDF und nicht nur beim Streamingdienst DAZN.

Es ist eine Aufgabe für Union, die mehr als reizvoll ist. An der man sich messen lassen kann. Und will. Womit der Ärger über den verpassten Dreier in Stuttgart in Köpenick fast schon verflogen ist. Zu ändern ist es ja eh nicht mehr. „Über 90 Minuten gesehen war das ein gerechtes Unentschieden. Die erste Hälfte gehört uns, die zweite Stuttgart. Ich bin nicht enttäuscht. Wieder ein Punkt auf dem Konto, der uns hilft“, urteilte auch Urs Fischer gleich in Stuttgart und hatte schon das Kommende vor seinem geistigen Auge. 

Druck lastet auf Dortmund

Der Druck vor der Partie lastet auf den Gästen. Die müssen nach der Trainerentlassung von Lucien Favre schnellstmöglich zurück in die Spur finden, um nach oben nicht abreißen zu lassen. Die Eisernen können mit Gelassenheit an die Partie herangehen. Schon jetzt ist klar, dass sie auf einem einstelligen Tabellenplatz in die Weihnachtsunterbrechung – von Pause zu reden, verbietet sich angesichts der Kürze der Zeit eigentlich – gehen. Union findet sich also in der Rolle wieder, in der es sich pudelwohl fühlt: der des Außenseiters und Underdogs. 

Was in diesem Jahr schon gegen die Bayern (1:1),  in Gladbach (1:1) und Hoffenheim (3:1) klappte. Was Dortmund in der Vorsaison leidvoll erfahren musste, als beim 3:1 der Eisernen der Stern eines Marius Bülters auf ging. 

Union muss alles raushauen

Zweimal muss Union noch alles raushauen. Erst gegen den BVB und dann am Dienstag im Pokal gegen Paderborn. Angesichts der deutlichen Mindereinnahmen wäre der Einzug ins Achtelfinale ein willkommenes Zubrot für Union. Und dann im Januar, wenn es wieder losgeht, sollten sich Lazarett und Strafbank ein klein wenig gelichtet haben. In Stuttgart fehlten ja bis zu acht Akteure. Weit mehr als die Hälfte davon mit deutlichem Stammplatzpotenzial. 

Doch, pssst, vergessen Sie das Letzte bitte sofort wieder. Für Fischer wäre es vermessen, schon jetzt das Augenmerk auf die übernächsten Kicks zu richten. Er denkt ja nur von Spiel zu Spiel.