Union-Fans zeigen mit einer feingeistigen Choreo, was sie sich von ihren Fußballgöttern in dieser Spielzeit wünschen.
Union-Fans zeigen mit einer feingeistigen Choreo, was sie sich von ihren Fußballgöttern in dieser Spielzeit wünschen. Imago/Matthias Koch

Wie heißt es in einem Fangesang der Eisernen so schön? „Die Zeit ist nun gekommen, ihr werdet es alle sehen, der 1. FC Union wird nun endlich oben stehen.“ In Bezug auf den Stadtrivalen haben diese Sätze nun schon seit zwei Spielzeiten ihre Gültigkeit. Und auch im Jahr davor wäre es fast so weit gewesen, nur die Tordifferenz hatte was dagegen. Völlig klar ist auch, dass jeder, der es mit den Köpenickern hält, diesen Zustand gern dauerhaft zementiert sehen möchte.

Was das aber auch impliziert: Lieder wie „Siehst du, Hertha, so wird das gemacht“ sind mittlerweile unangebracht. Das sagt man als Kleiner, als Underdog, der dem Großen unerwartet eine lange Nase zeigen kann. Hertha ist im Pokal raus, Union nicht. Wobei die Eisernen sich diesmal nicht gerade mit Ruhm bekleckert haben. Insofern ist Häme dieser Art unangebracht und – siehe oben – vielleicht auch einfach nicht mehr zeitgemäß.

Selbst Herthas neuer Präsident Kay Bernstein hat ja unumwunden zugegeben, dass die Nummer eins der Stadt im Südosten der Metropole zu Hause ist und man im Westend eher kleinere Brötchen backen sollte. Und das nicht nur verbal.

Die Ansprüche beim 1. FC Union wachsen

Dass die Ansprüche in Köpenick mittlerweile ein klein wenig gewachsen sind, es um mehr als nur den reinen Klassenerhalt geht, zeigte indirekt eine wunderschöne Choreografie der 2500 Union-Fans, die Mitte der zweiten Halbzeit in Chemnitz im Block hochgehalten wurde. „Den Pokal, den wollen wir haben“, stand da. Mit einem Bild, auf dem Christopher Trimmel und Jakob Busk – nach dem Capitano der Dienstälteste Unioner – den Pott hochstemmten.

Dies aber in den Trikots der 2001er-Pokalhelden, die seinerzeit erst im Endspiel gegen Schalke 04 mit 0:2 verloren. Und das in einer Pose, bei der einem sofort die 68er-Pokalsieger Ulrich Prüfke und Ralph Quest in den Sinn kommen. Die beiden stehen für die einzige Generation der Eisernen, die eine Trophäe erobern konnte.

Der Traum vom Endspiel im eigenen Stadion ist ja schon mal wieder ausgeträumt im Westend der Stadt. Fast traditionell früh. Der Traum aber vom Finale in der eigenen Stadt lebt, auch wenn sich Trimmel & Co nur mühsam in Runde zwei vorgearbeitet haben. Aber aller Anfang ist schwer, und Luft nach oben muss ja nichts Schlechtes sein ...

Der 1. FC Union fiebert der Auslosung am 4. September entgegen

Und wenn die Auslosung der zweiten Runde am 4. September steigt – also nachdem die Bayern und Leipzig ihre Erstrundenpartien nachgeholt haben –, interessiert das Wie nicht mehr die Bohne. Dann gilt es nur, die kommende Aufgabe anzugehen. Und darauf zu hoffen, dass man dem Vorjahreserfolg vom Halbfinale vielleicht noch eins draufsetzen kann.

Mit Leverkusen, Köln und Hertha sind ja schon drei Erstligisten weniger dabei. Das steigert die Chancen, selber im Pokal eine gute Rolle spielen zu können.

Lesen Sie hier mehr über den 1. FC Union >>