Union-Fans feierten vor und nach dem Spiel vor dem Stadion.  Foto: Matthias Koch

Mit einem Feuerwerk außerhalb das Stadions haben einige Union-Anhänger das überraschende 1:1 ihres Club gegen den FC Bayern gefeiert. Schon während der Partie am Samstagabend waren im Wald An der Alten Försterei einige Leuchtraketen gezündet worden. "Zieht den Bayern die Lederhosen aus", schallte es bis hinein in die wegen der Corona-Pandemie fast menschenleere Arena.

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Das gelang fast. Der FC Bayern schrammte nur haarscharf an einer Niederlage vorbei. Der Deutsche Meister kam am 11. Spieltag über ein 1:1 (0:1) beim 1. FC Union Berlin nicht hinaus. Die Eisernen erspielten sich sogar die besseren Möglichkeiten und hätten den Münchnern auch alle drei Punkte abknöpfen können. Grischa Prömel brachte die engagierten Gastgeber schon zeitig in Führung (4. Minute). Bayerns Toptorjäger Robert Lewandowski glich aus (67.). "Wir haben uns das Leben selber schwer gemacht", sagte Bayern-Profi Thomas Müller mit Blick auf das 0:1.

Grischa Prömel im Duell mit Robert Lewandowski vom FC Bayern.
Foto:  City-Press

"Für unsere eigenen Ansprüche fühlt sich das natürlich als zu wenig an." Torhüter Manuel Neuer ärgerte sich über das 17. Gegentor der Saison - zum sechsten Mal in Serie spielten die Münchner nicht zu null. "Als Torwart nervt es natürlich immer2, sagte Neuer. Durch das Remis bleibt der Rekordmeister mit 24 Zählern zunächst Tabellenführer vor dem punktgleichen RB Leipzig. Bayer Leverkusen könnte am Sonntag mit einem Sieg gegen die TSG Hoffenheim noch vorbeiziehen.

"Heute waren die Bayern schlagbar"

Union steht mit 17 Punkten weiter überraschend auf Tabellenplatz sechs. "Ich bin wirklich zufrieden mit dem Punkt", sagte Coach Urs Fischer. Auch Christopher Trimmel bezeichnete das 1:1 als "gerecht. Das war definitiv ein sehr wichtiger Schritt nach vorne", sagte er.

Der Schweizer Fischer hatte seinem Team keinesfalls eine Mauertaktik verordnet, sondern eine disziplinierte Defensive. Und offensiv überraschten die Berliner den Champions-League-Sieger gleich zum Start. Nach 52 Sekunden tauchte Taiwo Awoniyi allein vor Neuer auf, mit der Hand lenkte der Nationalkeeper den Ball noch um den Pfosten.

Knapp drei Minuten später war nach Ecke von Kapitän Trimmel Mittelfeldmann Prömel eher als Robert Lewandowski am Ball und köpfte ins lange Eck ein. Es war das erste Bundesliga-Tor für den 25-Jährigen, der 2016 unter anderen zusammen mit Serge Gnabry und Leon Goretzka die olympische Silbermedaille geholt hatte. ", es harmoniert einfach", sagte Prömel.

Grischa Prömel  feiert das Tor zum 1:0. 
Foto:  City-Press

Für die leichtsinnig operierenden Bayern war es der fünfte 0:1-Rückstand in einem Bundesligaspiel nacheinander und zugleich der schnellste seit Oktober des Vorjahres. Die Gäste übernahmen zwar die Ballkontrolle, taten sich gegen die geschickt die Räume verengenden Unioner aber schwer. Und nach einem vom schnellen Offensivspieler Sheraldo Becker initiierten Konter hätte Liverpool-Leihgabe Awoniyi eigentlich das 2:0 erzielen müssen. Der junge Stürmer hatte David Alaba als letzten Bayern-Verteidiger schon ausgetanzt, schoss dann aber knapp am Bayern-Tor vorbei.

Druck der Bayern nach der Pause

Das Favorit versuchte, mit langen Ballpassagen Lücken in der Union-Abwehr zu finden - lange ohne Erfolg. Auch Lewandowski agierte in seinem 200. Bundesligaspiel lange Zeit glücklos. Einen Freistoß aus bester Position 20 Meter vor dem Union-Gehäuse setzte der für die Wahl zum Weltfußballer nominierte Pole in die Mauer (45.+1). Alaba zielte knapp vorbei (33.). Richtig eingreifen musste Union-Torwart Andreas Luthe in der ersten Stunde nur einmal gegen Gnabry (43.).

Der Druck der Bayern wurde nach der Pause aber größer. Die Gastgeber blieben bei ihrer Linie, obwohl der in der Max-Kruse-Rolle aufgebotene Däne Marcus Ingvartsen zeitig verletzt vom Platz musste. Sie verteidigten geschickt und setzte weiter auch offensive Nadelstiche. Awoniyi kam nur knapp zu spät (56.). Und ein Schuss von Marius Bülter wurde in letzter Sekunde abgeblockt (62.). Nur so bleiben die Bayern überhaupt noch im Spiel. Nachdem Luthe noch super gegen Thomas Müller reagiert hatte (66.), schoss Lewandowski nach schöner Vorarbeit von Kingsley Coman zu seinem 13. Saisontor ein.

Die Münchner, die in Berlin ohne Abwehrchef Niklas Süle (Knieverletzung) auskommen musste, drängten jetzt auch mit dem eingewechselten Leroy Sané auf die Entscheidung. Doch der Mannschaft von Trainer Hansi Flick fehlte die letzte Entschlossenheit, Luthe kratzte in der Schlussphase einen Sané-Kopfball von der Linie (89.).