Symbolbild – es war nicht alles schön, immer umkämpft, aber am Ende alles okay.
Symbolbild – es war nicht alles schön, immer umkämpft, aber am Ende alles okay.

Ein Punkt ist ein Punkt ist ein Punkt. Vor allem, wenn er in der Fremde geholt wird. Folglich muss sich beim 1. FC Union keiner groß grämen über das torlose Remis beim FSV Mainz 05! Da werden noch ganz andere Truppen Federn lassen. 

Halbzeit eins? Machen wir es kurz. Ein extrem ausgeglichenes Spiel, in der die hohe Fußballkunst eher keine Triumphe feierte. Beide Teams neutralisierten sich bei wüstenartigen Temperaturen mit einem ähnlichen Spielstil gegenseitig. Viel Pressing, viel Kampf um die zweiten Bälle. Wenig Strafraumszenen. Einzig eine zu weit getimte Flanke von Lee, die sich als gefährliche Bogenlampe ins Dreiangel senken wollte, ließ dem Puls in die Höhe schnellen. Doch Frederik Rönnow blieb cool und war zur Stelle.

Abwehrreihen beider Klubs auf höchstem Level

Die Abwehrreihen konzentriert. Hüben wie drüben. Die Stürmer fleißig, aber glücklos. Organisation und Kompaktheit stimmten bei den Hausherren und den Gästen. Ein Tor lag höchstens bei Standardsituationen in der Luft, wollte da aber auch nicht wirklich auf Erden herabsteigen. Langweilig? Vielleicht für Außenstehende. Aber der Zweck heiligt die Mittel. Bei der Hitzeschlacht in Mainz kam es in erster Linie zunächst mal darauf an, keine Fehler zu machen. Denn wer in einem Glutofen einen Rückstand aufholen muss, der lässt unnötig Körner.

Halbzeit zwei? Machen wir es noch kürzer. Man neutralisierte sich weiterhin. Identischer Verlauf also mit wenig Aufregern. Vielleicht ein, zwei Abschlüsse mehr. Aber die verfehlten alle das Ziel. Wird also in keiner Jahreszusammenfassung zu sehen sein der Kick. Dennoch ein reife Vorstellung der Köpenicker. An denen werden sich noch einige die Zähne ausbeißen.

Trainer Urs Fischer konnte mit dem Remis gut leben. „Beide Teams haben sehr gut gegen den Ball gearbeitet und sich darum auch in gewisser Weise neutralisiert. Im Spiel mit dem Ball musst du dann zwar zulegen, aber ich nehme gerne einen Punkt aus Mainz mit“, so der Schweizer Fußballlehrer nach einer ziemlich reifen Leistung seiner Elf, der nur das i-Tüpfelchen in Form eines Lucky Punch verwehrt blieb.

Unter dem Strich bleibt also ein Startrekord der Eisernen. Auch wenn das ein bisschen lächerlich klingen mag nach nur zwei Spielen. Aber vier Punkte hatten die Köpenicker noch nie auf dem Konto nach den ersten beiden Runden. Und insgesamt wurde eine Rekordserie auch noch weiter ausgebaut. Neun Spiele in Folge ist der 1. FC Union jetzt Saison übergreifend ungeschlagen (sieben Siege, zwei Remis). Irgendwie auch beeindruckend. Auch wenn es das Spiel zu keinem Zeitpunkt war.

„Wir haben heute glaube ich kein gutes Spiel gesehen, aber bei dieser Hitze war es unglaublich schwer, die hohe Intensität auf den Platz zu bringen. Beide haben es versucht, aber es war kein Zuckerschlecken“, gab Rani Khedira hinterher zu. Das Positive überwog aber in seiner Analyse: „In Mainz zu gewinnen ist extrem schwer. Aber wir haben zu null gespielt. Die Defensive passt also. Vielleicht haben wir ein bisschen zu wenig Torchancen rausgespielt. Aber nächste Woche gegen Leipzig muss ja auch die Defensive wieder so stehen. Nur dann die Nadelstiche besser sitzen“, so Unions Spielführer des gestrigen Tages.

Infos zum Spiel:

  • Mainz: Zentner 3 – Bell 3, Hack 3, Leitsch 3,5 – Widmer 3,5, Kohr 3,5, Martin 4 – Stach 3 (65. Barreiro), Lee 3 (65. Fulgini) – Ingvartsen 4,5 (75. Mustapha), Onisiwo 4,5  (85. Burgzorg)
  • 1. FC Union: Rönnow  3 – Jaeckel 3, Knoche 2,5, Leite 3 – Ryerson 3 (82. Trimmel), Khedira 3, Gießelmann 3 – Haraguchi 3,5 (70. Thorsby), Haberer 4 (62. Schäfer) – Siebatcheu 4,5 (70. Behrens), Becker 3,5 (82. Michel)
  • Schiedsrichter: Daniel Schlager (Hügelsheim) 2
  • Zuschauer: 25.009
  • Gelbe Karten: Onisiwo

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