Unions Präsident Dirk Zingler legt den Finger in die Wunde. Foto: Imago/Matthias Koch

Dirk Zingler hat mal wieder laut gedacht. Das macht Unions Präsident bisweilen. Diesmal holte er in der Bild am Sonntag zum großen Rundumschlag gegen Gott und die Welt aus. Der DFB, Jogi Löw und Oliver Bierhoff – sie alle bekamen einen mit. Auch Unions Manager Oliver Ruhnert. 

„Es ist aus meiner Sicht ein katastrophales, peinliches Bild. Der DFB ist an der Spitze hoffnungslos zerstritten und dadurch führungslos“, so der Ober-Eiserne. Die Nationalmannschaft stehe beispielhaft für die Probleme des Verbands. „Ich glaube, es braucht einen kompletten personellen Neuanfang, um wirkliche Veränderungen in Gang setzen zu können. Deshalb gehöre ich auch zu der großen Gruppe von Fußballfans in Deutschland, die es richtig finden würden, wenn Oliver Bierhoff und Jogi Löw noch vor der EM diesen Neuanfang ermöglichen würden. Das würde ihre unumstrittenen Verdienste der letzten Jahre nicht schmälern, sondern einen weiteren hinzufügen.“

Ablösefreie Wechsel sind für Union ein Fehler

Auch in Bezug auf Union fand Zingler deutliche Worte. „Wirtschaftlich sind wir noch nicht in der Lage, alle Spieler zu halten, die ein gutes Niveau erreicht haben“, kommentierte er den bislang feststehenden Abgang von Christopher Lenz nach Frankfurt. Union müsse eben Jahr für Jahr Transfererlöse generieren! „Wichtig ist, dass wir auf diesem Niveau nicht so viele Fehler machen und zu viele Spieler etwa ablösefrei gehen lassen“, gab er einen Hinweis darauf, dass Ruhnert es versäumt habe, mit Lenz vorzeitig zu verlängern. Das dürfe mit Spielern wie Marvin Friedrich oder Robert Andrich nicht passieren. Heißt übersetzt: Wenn diese nicht ihre Verträge verlängern, wird Union sie im Sommer abgeben müssen.

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Zugleich sprach sich der Fußball-Romantiker Zingler für eine Gehaltsobergrenze aus und forderte den DFB auf, bei der bevorstehenden Champions-League-Reform sich im Sinne der Fans gegen eine Aufblähung des Wettbewerbes auszusprechen.