Gladbachs Marcus Thuram  erzielt gegen Union-Keeper Rafal Gikiewicz den vorentscheidenden Treffer zum 3:1. Foto: Moritz Müller/Pool/TEAM2sportphoto

Die Stimmung? Nicht gerade überschäumend vor Glück. Wie auch nach dem 1:4 in Mönchengladbach, dem schon sechsten Spiel nacheinander ohne Sieg. Die Grundsatzhaltung? Ungetrübt. Fünf Spiele kommen noch. Alles Aufgaben, mit denen die Eisernen das Blatt noch wenden können.

Die Köpenicker gehen unbeirrt und zuversichtlich die "Final Five" heran. Fünf Spiele für den großen Traum. "Keiner hat uns zugetraut, die Klasse zu halten. Wir brauchen keine Angst zu haben, wir können nur gewinnen am Ende", betonte Unions Manager Oliver Ruhnert am Tag nach der Pleite am Niederrhein.

„Die Stimmung ist nicht euphorisch, aber auch nicht zu Tode betrübt. Wenn unserer Mannschaft wieder ein Sieg gelingt, kann sie auch einen weiteren holen“

Oliver Ruhnert

Nun gut, vergnügungssteuerpflichtig ist die Situation dennoch nicht wirklich. "Das ist gerade nicht der spaßigste Teil der Saison", räumte Sebastian Andersson ein. Der Schwede hatte kurz nach der Pause  mit seinem mittlerweile zwölften Saisontor das zwischenzeitliche 1:2 geköpft (49. Minute). Am Ende war die Borussia aber nach den Treffern von Florian Neuhaus (17.), Marcus Thuram (41./59.) und Alassane Plea (81.) das klar bessere Team. Auch, weil Union es dem Widersacher zu einfach machte bei den Gegentreffern, wie Ruhnert einräumte.

Doch deshalb die Flinte ins Korn werden, gar Trübsal blasen? Nicht doch. In Köpenick weiß man, wo man herkommt. Um was es letztlich seit dem ersten Spieltag geht. Nur gehen kann. Also ist die Lage doch komfortabel. Düsseldorf hätte mit Sicherheit gerne Unions Ausgangslage. Von Bremen ganz zu schweigen. Und Mainz ist arg verunsichert nach zuletzt fünf sieglosen Spielen Folge.

Unions Manager Oliver Ruhnert glaubt weiter unverdrossen, dass Union eine Chance auf den Klassenerhalt hat.  Foto: imago images/osnapix

Letztlich war der eine Zähler aus dem vier Spielen nach dem Re-Start zwar weniger als erhofft, gerade gegen Hertha im Derby und gegen Mainz hatten die Köpenicker mit ein bisschen mehr geliebäugelt, aber Pleiten gegen Bayern und Gladbach mussten mit einkalkuliert werden.

Also auf zum finalen Fünfkampf im Tabellenkeller. Köln, Paderborn und Düsseldorf reißen auch keine Bäume aus. Hoffenheim ist da das einzige Team, bei dem die Trauben von Haus aus hoch hängen. Schalke zwar eigentlich auch, aber die sind derzeit eher königsmau denn königsblau! "Schalke hat mit Sicherheit nicht weniger Druck als Union", sagte Ruhnert und fasste die Situation seines Klubs knapp zusammen: "Wir können, andere müssen." Also alles kein Grund, vorzeitig Krokodilstränen zu vergießen.

"Wenn wir ein Spiel gewinnen, können wir auch ein zweites gewinnen", ist sich Ruhnert sicher. Dann käme man auf 37 Punkte. So viel wie die Knappen, der sonntägliche Gegner, gerade auf dem Buckel haben. "Das sollte reichen. Ich sehe Schalke nicht mehr in Abstiegsgefahr." Dahin möchte Union jetzt am Wochenende den nächsten Schritt machen. "Vielleicht kommt es ja nicht mal zu einem Endspiel gegen Düsseldorf am letzten Spieltag", bleibt Ruhnert weiter optimistisch.