Florian Hübner und Vater Bruno. Foto: imago images/Hartenfelser

Montagsspiele kennen die Eisernen zur Genüge. So gesehen ist Unions Auftritt in Frankfurt alles andere als Neuland für die Köpenicker. Und doch ist es diesmal anders. Denn es ist das erste Wochenanfangsspiel für die Mannschaft von Urs Fischer in der Bundesliga. Viele werden nicht mehr dazukommen, denn ab 21/22 sind diese Kicks für Deutschlands Eliteliga ja ungeliebte Vergangenheit.

Fischer selber hat mit dem verpönten Termin keine Probleme. „Der Rhythmus der Vorbereitung ist genau derselbe als wenn wir uns auf ein Sonntags spiel vorbereiten“, so der Schweizer. Immerhin konnte er aber seinen Jungs unter der Woche zwei freie Tage gönnen, was im Saisonverlauf ja auch nicht immer alltäglich ist.

Bruno Hübner ist Eintrachts Sportdirektor

Nicht alltäglich, aber doch schon mal vorgekommen, ist für Innenverteidiger Florian Hübner, dass er bei einem solchen Spiel in einen familiären Konflikt gerät.   Denn Papa Bruno ist bei den Hessen seit 2011 als Sportdirektor tätig.

Auch heute könnte der Betriebsfrieden im Hause Hübner gefährdet sein. Keven Schlotterbeck konnte unter der Woche erkältungsbedingt nicht trainieren. Sein Einsatz in Frankfurt steht auf der Kippe, auch wenn Fischer bei der Spieltags-Pressekonferenz betonte, dass noch zwei Tage bis zum Kick seien.

In Bremen ließ Florian Hübner nix anbrennen. Foto: City-Press GmbH

Besonders schwierig wird es übrigens für Mama Karin Hübner. Während Vater und Sohn diesen Konflikt streng nach Dienstherrenzugehörigkeit unter sich ausmachen können, muss sie ihr Herz teilen. Eine Übung die ihr seit der Spielzeit mehr als 17/18 vertraut ist, als Florian mit Hannover 96 erstmals im Fußball-Oberhaus aufdribbelte und sein Brüderchen Benjamin ja für Hoffenheim die Töppen schnürte.

Da auch Michael Parensen erste eine richtige Einheit absolvieren konnte in der Vorbereitung auf das Spiel, wäre eben Florian Hübner die natürlich Option für eine Schlotterbeck-Vertretung.

Dass der 1,91 m große Verteidiger da ist, wenn er gebraucht wird, hat der gebürtige Wiesbadener zuletzt hinlänglich nachgewiesen, als er beim 2:0-Auswärtserfolg in Bremen von Fischer ohne jegliche Matchpraxis im Jahr 2020 ins kalte Wasser geworfen wurde.

Hübner spielte, als sei er nie weggewesen. Auf eine ähnliche couragierte Vorstellung muss Fischer auch heute hoffen. „Im Spiel ist von uns“, so Fischer, „ ist Kompaktheit gefragt. Wir brauchen Balldruck und müssen im Spiel mit dem Ball an unsere letzten Spiele anknüpfen.“ Klingt nach einem Fall für Florian H.