Sebastian Andersson (r.) klatscht mit Vorbereiter Christopher Lenz ab. Foto: Matthias Koch

Christopher Lenz grinste wie ein Honigkuchenpferd. „Er hat sich tausendfach bedankt“, meinte Unions linker Flügelläufer in der Mixedzone des einstigen Waldstadions nach dem 2:1-Sieg bei Eintracht Frankfurt. Mit dem so angesprochenen Dankesbezeuger war Sebastian Andersson gemeint. Denn nur ein energischer Einsatz von Lenz kurz nach der Pause hatte dem Schweden das 1:0 ermöglicht, mit dem Union auf die Siegesstraße geriet.
„Er stand da, wo ein Stürmer stehen musste. Ich freue mich für ihn. Das sollte ihm Auftrieb geben“, lobte Trainer Urs Fischer den Skandinavier, der eigentlich eineinhalb Treffer erzielte. Denn auch beim Eigentor von N’Dicka zum 0:2 hatte der Blondschpf seine Haxen mit drin.

Hätten die Frankfurter es sich selber zuschreien müssen? Die hatten in ihrem Programmheft „Blättche“ ausdrücklich vor Andersson gewarnt. Dummerweise aber dabei Robert Andrich abgebildet. Fangen ja beide mit dem Buchstaben A an ... Kann also passieren. Für eine Fahndung auf dem Rasen ist das aber weniger hilfreich. Woher sollten die hessischen Profis denn nun wissen, auf wem der Fokus beim Zugriff liegen müsste. Andrich wurde auch ganz schön beharkt, aber Andersson machte die Bude.

Weil Lenz völlig uneigennützig kurz nach der Pause einen äußerst lichten Moment hatte. Der 25-Jährige wollte eigentlich nur Druck machen auf Erik Durm und David Abraham, doch als die ihm den Weg freigaben als käme von hinten ein Krankenwagen mit Blaulicht, stieß er dazwischen und schloss nicht, wie er im ersten Moment überlegt hatte, selber ab, sondern bediente den Kollegen. „Ich musste ja nur noch den Fuß hinhalten. So einfach hatte ich es noch nie“, lobte Torschütze Andersson.

Selbstzweifel beseitigt

„Zwei Eigentore“, grantelte Frankfurts Trainer Adi Hütter hinterher. Andersson war das natürlich schnurzpiepegal. Endlich ist der Bann gebrochen. Im neunten Ligaspiel nach seinen letzten beiden Buden beim 2:0 gegen Köln Anfang Dezember hatte der Blondschopf endlich wieder Zielwasser getrunken.
Ligatreffer Nummer neun für ihn, neun Punkte Abstand auf Düsseldorf wieder hergestellt, alles eitel Wonne bei Union.


Erst recht beim schwedischen Nationalspieler. Der tat seine wochenlange Flaute zwar achselzuckend als normal ab („Es gibt halt immer mal solche Phasen bei Stürmern“), aber so wurde eventuell aufkommender Selbstzweifel im Keim endgültig erstickt.