Sheraldo Becker von Union Berlin will Sonnabend auch gegen die Bayern jubeln. Foto: dpa

Auf geht’s! Obwohl es sicher bessere Momente gibt, wenn man zum FC Bayern muss. Wenn der 1. FC Union Sonnabend in München aufdribbelt (18.30 Uhr), trifft er auf einen Rekordmeister mit mächtig Wut unterm Hemd. Oder ist das sogar ein Vorteil für die Eisernen? Motto: Hinten dicht und vorne hilft der liebe (Sheraldo) Becker.

Die Lage vor der zweiwöchigen Länderspielpause ist klar. Der FC Bayern konnte seine letzten beiden Liga-Spiele nicht gewinnen (1:1 gegen Leverkusen, 1:1 bei der TSG Hoffenheim), der einst schöne Vorsprung auf Dortmund ist auf nur noch vier Zähler zusammengeschrumpft. Bayern-Trainer Julian Nagelsmann macht seinem Star-Ensemble Druck: „Ich spüre den Atem von Borussia Dortmund wieder mehr im Nacken als in den letzten fünf Wochen.“

Nagelsmann plant mit großer Offensive

Ein Dreier soll unbedingt her, Nagelsmann will mit seiner mega-offensiven Aufstellung („Da ist die Mannschaft derzeit am besten“) Unions überrollen. Er stuft die Partie gar als ein „bedeutendes Spiel“ ein.

Gut für Bayern, eher nicht für die Köpenicker: Torjäger Robert Lewandowski (29 Saisontreffer) ist nach einer leichten Knieblessur einsatzfähig. Nagelsmann freut sich nach dem Abschlusstraining schon wie Bolle: „Lewy war sehr gut drauf.“ Gefüttert mit Flanken und Vorlagen wird der Weltfußballer von Serge Gnabry, Thomas Müller, Leroy Sané und Kingsley Coman, die Sechser sind mit Jamal Musiala und Joshua Kimmich auch nicht gerade übermäßig defensiv besetzt.

Urs Fischer: „Wir müssen mutig sein“

Aber vielleicht ist das sogar Unions Hoffnung. Hält der Abwehr-Beton, ergeben sich über die schnellen Sheraldo Becker und Taiwo Awoniyi garantiert auch ein paar Konter-Chancen. Und dann wird sich zeigen, wie löchrig die ohnehin nicht dichte Abwehr ohne zwei Eckpfeiler ist. Niklas Süle (Muskelfaserriss) und Benjamin Pavard (Corona) fehlen. Geht da was?

Union-Coach Urs Fischer weiß um die Anfälligkeit der Bayern: „Du musst mutig sein, wenn es darum geht, Bayern auch mal zu stressen.“ Auch Rani Khedira kündigte an: „Wir fahren hin, um was mitzunehmen.“ Jetzt müssen den Worten nur noch Taten folgen.

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