Christopher Trimmel droht gegen Hoffenheim auszufallen.  Foto: Mathias Renner/City-Press

Julian Ryerson gehört zu den Akteuren, die bei Union ein wenig im Schatten stehen. Um ihm mehr Spielzeit zu verschaffen, müsste man mit dem Trainer reden. „Ich werde das mal tun“, scherzte Urs Fischer dieser Tage, wenn man ihn nach dem jungen Norweger mit US-amerikanischen Wurzeln fragt. Dieses Selbstgespräch muss Unions Chefcoach jetzt wohl etwas früher führen, als geplant. Denn vor dem Auftritt in Hoffenheim am Montag (20.30 Uhr) zittern die Eisernen um Christopher Trimmel. 

Beim allwöchentlichen Roundup zu den Personalien vor dem Trip in den Kraichgau ließ Fischer auf einmal aufhorchen. Nach den üblichen Verdächtigen (Anthony Ujah, Grischa Prömel, Loris Karius) und Nico Schlotterbeck, hatte der Schweizer Fußballlehrer ein weiteres Duo, das Sorgenfalten hervorruft. „Trimmel und Ingvartsen waren Kandidaten die nicht alles mitmachen konnten, da setze ich noch Fragezeichen“, meinte der Schweizer Fußballlehrer.

Bangen um den Capitano. Und das ausgerechnet vor der schweren Aufgabe in Sinsheim. „Die Europa League hat gezeigt, dass sie über viele Qualitäten verfügen. Das wird eine Aufgabe“, meinte Fischer. Nur all zu logisch, dass er da ungern auf seinen besten Vorbereiter – schon wieder drei Assists – verzichten möchte.

Christopher Trimmel fasst sich beim 1:1 gegen Freiburg an den hinteren Oberschenkel. Foto: Mathias Renner/City-Press

Offenbar war die Verletzung, die der 33-Jährige sich beim 1:1 gegen Freiburg zugezogen hatte, doch hartnäckigerer Natur als zunächst gedacht. Die ganze Woche konnte der Burgenländer nicht am Teamtraining teilnehmen. Noch aber hat Fischer ein kleines bisschen Resthoffnung, dass es bei Trimmel irgendwie hinhaut. Gewisse Teile des Trainings habe er ja mitgemacht. „Aber nicht zu 100 Prozent, wir schauen morgen noch das letzte Training an und treffen dann eine sinnvolle Entscheidung“, meinte Fischer.

Die Frage ist natürlich, wie weit die Köpenicker mit einem eventuell nicht topfitten Spielführer ins Risiko gehen. So eine Blessur kann ja auch im Spiel wieder aufbrechen und womöglich größeren Schaden anrichten. Wäre ja nicht das erste Mal, dass so etwas im Fußball vorkommt. 

Die sinnvolle Entscheidung kann also auch heißen, von Beginn an auf Ryerson zu setzen. Mit dem Fischer fast so etwas wie Mitleid hat. „Wenn du Trimmi vor der Brust hast, ist das ein bisschen Pech, denn Trimmi macht es einfach gut“, so Fischer. Grundsätzlich aber hat er wenig Bedenken, den 22-Jährigen ins kalte Wasser zu werfen. Und in seinen bisherigen Einsätzen war der Norweger auch nicht zwingend als Schwachstelle auszumachen gewesen.  „Entscheidend ist, dass Julian  eigentlich weiß, dass wir Vertrauen in ihn haben und ihn jederzeit ins Spiel bringen, wenn wir denken, er muss ins Spiel. Er ist einfach bereit, wenn er gefragt wird“, so Fischer.