Friedlicher Plausch nach dem Abpfiff: Nico Schlotterbeck, Julian Ryerson, Akaki Gogia sowie Grischa Prömel unterhalten sich mit Augsburgs Keeper Rafal Gikiewicz (2. v. r.). Foto: imago images/Matthias Koch

Man muss schon ein wenig blättern, wenn man in den Annalen zwei Pleiten in Folge für den 1. FC Union suchen will. Gefühlt ist das ja eine Mär aus grauer Vorzeit. Rund um den ersten Corona-Lockdown war es zwischen März und Mai. Da waren es sogar drei. Es ging es mit einem 1:3 in Freiburg in die Unterbrechung und nach dem Start setzte es ein 0:2 gegen Bayern und ein 0:4 bei der Hertha. Fast schon alles in Vergessenheit geraten. 

In dieser Spielzeit ist es nun das erste Mal. Und damit kehrt wohl ein Stückchen Normalität an der Wuhle ein. Es musste ja auch mal resultatstechnisch eine Phase kommen, in der es nicht so läuft für die Eisernen. Ist dann offenbar jetzt so. Und zeigt einmal mehr, dass die 28 bisher eingesammelten Zähler enorm wichtig sind. 

Union ist gefestigt

Passiert ist also nichts. Weder ist Union in einer Krise. Noch in einer sportlichen Delle. Und das wird auch in der kommenden Woche nicht so sein, selbst wenn auch gegen Mönchengladbach das Spielglück den Eisernen nicht hold sein sollte. Die Truppe ist gefestigt genug, um auch mal mit den Widrigkeiten des Wettbewerbs umzugehen. Mund abputzen. Weitermachen. Auf das nächste Match fokussieren, heißt es nach wie vor in Köpenick. Und das ist gut so.

Es ist ja nicht so, dass die Eisernen seit Wochen underperformen. Oder ihnen die grundsätzliche Tauglichkeit für die Liga abgesprochen werden muss. So wie vielleicht Schalke. Oder dem Ortsrivalen, der sich lieber nicht ausrechnen sollte, wo er jetzt stünde, wenn die Köpenicker im Derby nicht unfreiwillig ein wenig Nachbarschaftshilfe betrieben hätten. 

Andere Geschichte. Union muss sich um sich selbst kümmern. Und sich bitte die Pleite nicht schönreden. Denn das in Augsburg Abgelieferte war nicht eisernlike genug. „Wir haben eindeutig zu wenig aus unseren Möglichkeiten gemacht. Ich werde der Mannschaft ins Gewissen sprechen müssen“, kündigte ein enttäuschter Trainer Urs Fischer nach dem 1:2 in der Fuggerstadt an. Vor allem auf den letzten 30 Metern seien zu oft falsche Entscheidungen getroffen worden. 

Seine Analyse war schonungslos. Und er wollte gar nicht erst darüber reden, dass Marcus Ingvartsen ja mit dem Strafstoß die Riesenchance vergeben hatte, wenigstens einen Teilerfolg bei den bayerischen Schwaben zu holen. „Wir haben nicht die Lösungen gefunden, das Spiel auszugleichen“, sagte der Schweizer, den es sichtlich wurmte, dass seine Mannschaft nicht die nötige Präsenz im Strafraum gezeigt hatte.