Grischa Prömel bejubelt sein erstes Bundesligator. Foto: City-Press/Matthias Renner

Unglaublich, aber wahr. Der FC Bayern kann nicht in der Alten Försterei gewinnen. Fantastisch kämpfende - und spielende ! - Unioner trotzen dem haushohen Favoriten ein mehr als respektables 1:1 (1:0) ab. Hut ab, Ihr Eisernen.

Die Einstimmung war schon heiß. Wie beim Relegationsrückspiel gegen den VfB Stuttgart wurde der Mannschaftsbus - eigentlich waren es sogar zwei - am Eingang zum Parkplatz der Alten Försterei von einem flammenden Inferno empfangen. Die Nacht wurde taghell. Wenn schon keine Fans drinnen beim Heimspiel des Jahres, dann wenigstens Stimmung draußen. 

Und in der Alten Försterei sorgte Stadion-DJ Wumme für die passende Einstimmung. „Das wird ein harter Weg “ von den Broilers dröhnte bei der Erwärmung durch die Boxen. Und natürlich war wieder auf dem Waldweg hinter dem Stadion eine sangesfreudige Schar erschienen. Motto: Wo du auch spielst, wir folgen dir ...

Mutig wollten sie auftreten. Sich nicht aus der Fassung bringen lassen durch Phasen, in denen sie das runde Leder nur um sich herumgepasst sehen würden. „Wenn man nicht an sich glaubt, muss man gar nicht  erst antreten“, so das Credo von Trainer Urs Fischer. „Wir müssen sozusagen alles richtig machen. Auch wenn die Bayern nicht ihren besten Tag haben, gewinnen sie eigentlich ihre Spiele“, hatte Fischer vorher erklärt.

Prömels Kopfball ins Glück

Gesagt, getan. Die erste Chance des Spiels gehörte Taiwo Awoniyi. Nur stand da auf der Gegenseite eben ein Manuel Neuer, als der Nigerianer alleine auf das Bayern-Tor zusteuerte und scheiterte (2.). Schade. Doch zwei Zeigerumdrehungen weiter war die Kugel im Netz. Grischa Prömel traf nach einer Ecke per Kopf (4.). Sein erstes Bundesligator überhaupt. Was für ein Auftakt!

„Das haben wir unter der Woche viel trainiert. Dass Trimmi die Bälle punktgenau bringt, das wissen wir glaube ich mittlerweile. Auch in der Bundesliga. Er hat schon genügend Tore vorbereitet. Von daher bin ich sehr glücklich drüber“, bejubelte Prömel seinen Premierentreffer im Fußballoberhaus.

Es hätte noch besser kommen können. Doch diesmal setzte Awoniyi, herrlich bedient von Sheraldo Becker, den Ball neben den Pfosten (22.). Auf der Gegenseite verstolperte Robert Lewandowksi den Ausgleich und staunte Bauklötzchen, dass er keinen Elfer bekam. Den leichte Stupser von Marvin Friedrich wollte Schiri Bastian Dankert nicht ahnden (24.).  Bis zur Pause wurde Andreas Luthe nur einmal von den Bayern durch Serge Gnabry (42.) geprüft. Die Chance gar mit dem 2:0 in die Halbzeitpause zu gehen, vergab Becker, als er lieber aus 60 Metern den zu weit vor seinem Tor stehenden Neuer überlupfen wollte, statt die durchstartenden Cedric Teuchert - war verletzungsbedingt für Marcus Ingvartsen gekommen - und Awoniyi mit in den Konter einzubeziehen Es hätte locker 2:0 oder 3:0 stehen können. 

Feuerwerk hinter der Waldseite

Mit einem Bayernanrennen und Silvesterfeuerwerk hinter der Waldseite ging es weiter. Und Eisernen, die immer wieder versuchten Nadelstiche zu setzen. So wie Endo nach 75 Minuten, der leider mehr Neuer anschoss als den Ball in die Ecke zu bugsieren. Ein verzweifelter Bayerfan brüllte von der Tribüne. „Ey, wir spielen in Schwarz heute. Ihr müsst wach werden.“

Wurden sie. Erst parierte Luthe gegen Müller (66.), dann bediente der links durchbrechende Kingsley Coman Lewandowski und der Pole machte den Ausgleich (67.). 

Mehr aber gelang den Münchnern nicht. Weil Union dagegenhielt. Jeder einzelne ein Held an diesem Abend. Und so unglaublich es klingt, am Ende waren die Eisernen dem Siegtreffer sogar näher als die Gäste. Doch, doch. So ist es gewesen.