In Motto-T-Shirts mit der Aufschrift UNVEUROPA feierten die Unionstars um Taiwo Awoniyi, Rani Khedira & Co. den erneuten Einzug in das internationale Geschäft. imago/Matthias Koch

Es wäre der perfekte Abschluss einer erfolgreichen Reise gewesen. Eigentlich hätten die Kicker des 1. FC Union die Rückreise aus dem Breisgau im Sonderzug des Eisernen Virus antreten müssen! Was wäre das für eine Party geworden!! 

Doch natürlich geht das nicht. Es wäre gesundheitsgefährdend gewesen für Christopher Trimmel, Taiwo Awoniyi & Co. Geht dabei nicht mal darum, dass sie vor Liebe erdrückt worden wären. Aber es gibt da immer noch so ein verflixtes Virus. Und wenn man die Anzahl der Freigetränke bedenkt, die den Jungs sicherlich spendiert worden wären, hatte Urs Fischer frühestens am Mittwoch wieder zum Training bitten können. Und kommenden Spieltag geht es ja noch um was. Der Europa-League-Platz soll ja verteidigt werden.

Grischa Prömel & Co. feiern den erneuten Einzug nach Europa

Doch auch so wussten die eisernen Profis den Kick zu genießen. Und dessen Folgen natürlich. „Das ist schon außergewöhnlich, was wir da leisten, auch jetzt ist noch vieles möglich. Wir wollten so lange wie möglich oben dranbleiben, ich glaube, wir realisieren das alles erst nach der Saison“, so Unions Kapitän Christopher Trimmel, dessen Gesamtfazit natürlich positiv ausfällt: „Man darf nicht vergessen, wir haben in der Hinrunde schon Conference League gespielt und waren im Pokal lange dabei. Ich glaube, damit haben die wenigsten gerechnet, umso stolzer ist man jetzt.“

Der gleiche Tenor bei seinem Stellvertreter. „Es ist unfassbar, was wir hier als kleiner Verein auf die Beine stellen. Das zweite Jahr in Folge, dass Union international vertreten ist. Das ist unglaublich“, meinte Grischa Prömel nach seinem vorletzten Spiel für die Eisernen.

Kommenden Sonnabend gegen Bochum wird seine Abschiedsvorstellung. Nach 140 Spielen und 19 Treffern für die Köpenicker. Sieben davon allein in dieser Spielzeit. „Wir hatten letzte Woche ein schlechtes Spiel gemacht gegen Fürth. Daher wussten wir, dass wir es hier auf jeden Fall besser machen müssen. Wir wussten, dass wir hier kompakt stehen müssen und die Konter gut ausspielen müssen“, so der  27-Jährige.

Das gelang. Auch dank eines überragenden Sheraldo Beckers, der an drei der vier Tore beteiligt gewesen war. „Das war außergewöhnlich. Wir wussten, dass etwas Großes möglich ist. Und so sind wir an das Spiel auch rangegangen“, meinte der Nationalspieler des Suriname nach dem Spiel, an das die Eisernen mit eigens gefertigten T-Shirts mit der Aufschrift „UNVEUROPA“ feierten. UNVEU steht dabei für den alten Schlachtruf der Köpenicker: Und niemals vergessen – Eisern Union!

„Wir wollen jedes Spiel gewinnen. Und das wollen wir kommende Woche auch“, so Becker. Union hat es in der eigenen Hand. Bei einem Dreier zum Saisonabschluss gegen den VfL Bochum ist ihnen die Europa League nicht mehr zu nehmen. Für alles andere braucht es Schützenhilfe.

Unions Trainer Urs Fischer mag von Europa nicht nur träumen

Was Trainer Urs Fischer, den alten Pragmatiker, trotz aller Komplimente für seine Elf mal wieder grundsätzlich werden ließ. „Es liegt nicht an uns zu träumen, sondern zu liefern“, sagte der Chefcoach der Eisernen.

Immerhin langte die jetzige Leistung, um auch schon von außerhalb gewürdigt zu werden. „Was für eine mannschaftliche Geschlossenheit. Da sieht man was man mit Wille alles erreichen kann“, twitterte Ex-Union-Star Toni Leistner, derzeit im Diensten des belgischen Erstligisten St. Truiden.

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