Foto: Björn Jopek trainiert für den Neustart. Foto: Berliner Kurier/Fricke

Morgens 10 Uhr in Oberspree. „Jaaaa, Björn!“, schallt es über den Rasen von Bezirksligist SSV Köpenick-Oberspree. Gerade ist wieder ein Ball im Torwinkel eingeschlagen. Der Schütze des Geschosses: Björn Jopek (26), Ex-Profi beim 1. FC Union.

Jopek ist aktuell ohne Verein und hält sich selbst fit. Ab und an trainiert er bei Berliner Regionalligisten mit, zusätzlich ackert er zwei- bis dreimal pro Woche im Individualtraining mit Zoccer, einer Fußball-Firma, die der ehemalige Union-Profi und Ex-KURIER-Redakteur Steven Jahn (31) mit Andreas Helle (51) im Jahr 2017 gegründet hat. Das Köpenicker Unternehmen bietet neben Fußball-Klamotten, Trainingsmaterialien, Camps eben Individualtraining an.

Letzteres nimmt Jopek derzeit in Anspruch und trainiert regelmäßig mit Jahn in Kooperation mit dem SSV Köpenick-Oberspree. Wo passenderweise auch noch sein Vater Bernd Jopek (52) für die Ü50 die Fußballschuhe schnürt.

Bis zu 120 Minuten ackert Jopek junior unter Anleitung von Jahn auf dem Platz. Dribbeln, schießen, passen, Läufe mit dem Sprintschirm, Wendigkeitsläufe. „Das Programm ist knallhart. Für Jopeks Ziel aber genau richtig: Er muss für seinen neuen Verein fit sein“, weiß Jahn. Der so Geschundene lacht: „Das Training ist richtig top. Es ist kreativ, macht Spaß. Meistens merke ich erst am Tag danach, wie anstrengend es war.“

Bis vor ein paar Wochen stand Jopek noch beim Halleschen FC unter Vertrag. Fast die komplette Rückrunde jedoch verpasste er mit Verletzungen am Sprunggelenk. In den letzten beiden Partien der abgelaufenen Saison kam er aber wieder zum Einsatz. Eine Verlängerung beim Drittligisten kam aus verschiedenen Gründen trotzdem nicht zustande. Und jetzt? Zwei mögliche Wechsel ins Ausland, die für den ehrgeizigen Burschen durchaus interessant gewesen wären, haben sich aufgrund der Corona-Situation zerschlagen.

Schade, aber kein Grund zum Aufstecken. Mehrere Angebote liegen dem Mittelfeldspieler vor. Zu schnell entscheiden will er sich aber nicht. „Es muss Sinn ergeben, ich will nicht einfach irgendetwas machen, nur um etwas zu machen. Mit 26 Jahren bin ich im besten Fußballer-Alter“, sagt Jopek. Außerdem wird er im Januar erstmals Vater. Da muss einfach alles passen. Jahn: „Jopi ist gesund, fit, hat einen unfassbar starken linken Fuß und ist einfach zu gut, um das erstbeste Angebot anzunehmen.“

Wie gut ein gesunder Jopek sein kann, hat er in 55 Zweitliga-Spielen für den 1. FC Union bewiesen. Aus der eisernen U19 schaffte er den Sprung zu den Profis und wurde dort unter Trainer Uwe Neuhaus Stammspieler. 2014 bremste ihn eine Kreuzbandverletzung für acht Monate aus, 2015 wechselte er zum damaligen Zweitliga-Konkurrenten Arminia Bielefeld. Sein weiterer Weg führte ihn nach Chemnitz, Würzburg und zuletzt Halle. Und es soll noch lange nicht Schluss sein.

Für das nächste Kapitel seiner Profi-Laufbahn ackert er jeden Tag hart. Zu Hause in Köpenick.