Max Kruse jubelt über seinen Treffer zum 1:0. City-Press/Matthias Renner

Schön ist sicherlich anders. Aber geputzt ist geputzt. Der 1. FC Union zieht nach einem 1:0 (1:0) bei Drittligist Türkgücü München in die zweite Runde des DFB-Pokals ein, ist damit um 257.000 Euro reicher.

Trainer Urs Fischer schickte beim Pflichtspieldebüt der neuen Spielzeit insgesamt nur vier von zwölf Neuen ins Rennen. Im Tor setzte er mit Andreas Luthe auf Altvertrautes. Neuzugang Fredrik Rönnow hatte unter den Augen von Aufstiegsheld Rafal Gikiewicz das Nachsehen. Der beim FC Augsburg unter Vertrag stehende Pole hatte ja schon am Vortag in Greifswald seine Pokalhürde gemeistert, konnte also vorbeischauen bei den alten Kollegen.

Luthe steht im Tor

Zu sehen bekam er ein mäßiges Spiel, bei dem die Eisernen von einem kapitalen Schnitzer von Paterson Chato Mitte der ersten Hälfte in Führung gingen. Taiwo Awoniyi luchste dem Ex-Cottbuser (14/15) die Kugel ab und bediente völlig selbstlos den mitlaufenden Max Kruse. Der brachte in Bedrängnis die Kugel im Gehäuse der Münchner zur 1:0-Führung (23.) unter.

Kruse, natürlich Kruse. Der Olympia-Heiratsantragsteller. Der Liebesgeplänkelinvolvierte. Der Mann, der Union am letzten Spieltag der vergangenen Saison beim 2:1 gegen Leipzig nach Europa geköpft hatte, trug sich nun als erster Torschütze in die Annalen der Spielzeit 2021/22 ein. Sehr zur Freude der mitgereisten rund 1400 Unionfans, die aber bis auf einen nochmaligen Kruse-Abschluss (35.) vergeblich auf weitere Höhepunkte warteten. 

Änderte sich mit Wiederanpfiff. Zunächst scheiterte Awoniyi am Pfosten (48.), anschließend Rani Khedira freistehend an Keeper René Vollath (53.) und Andreas Voglsammer per Kopf. Auch Kruse hätte auf 2:0 erhöhen können (59.).

Sah ein bisschen mehr nach Fußball aus. Und hätte die Partie wohl entschieden. Denn die Hausherren waren zwar sehr emsig, aber auch ohne wirklich große Durchschlagskraft.

Alte Bekannte schauen vorbei. Von Augsburg aus ist es ja auch nicht so weit … Instagram/rgikiewicz

Ein Abseitstreffer (68.) des eingewechselten Kevin Behrens, der für den glücklos agierenden Awoniyi gekommen war, konnte die angespannten Nerven der Eisernen – am Ende vier Gelbe Karte sind da beredtes Zeugnis – nicht wirklich beruhigen. Das machte erst der Schlusspfiff. Puh.

„Wir sind heute nicht in Schönheit gestorben, aber das war auch nicht die Aufgabe“, gab Matchwinner Kruse hinterher zu. „Wir wussten, dass die erste Runde sehr, sehr schwer wird. Weil München eine gute Mannschaft hat und wir dagegenhalten mussten. Der Pokal hat nun mal seine eigenen Gesetze und daher war es uns wichtig, dass wir defensiv gut stehen. Wir sind weiter. Das zählt. Luft nach oben gibt es immer“, meinte der 33-Jährige.

Union spielte mit: Luthe – Friedrich, Knoche, Baumgartl – Gießelmann (84. Ryerson) – Trimmel, Andrich, Khedira, Gießelmann – Kruse (84. Haraguchi) – Voglsammer (75. Ignvartsen), Awoniyi (64. Behrens).

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