Bislang zeigte sich Oliver Ruhnert, der Manager des 1. FC Union, in dieser Transferperiode sehr zurückhaltend.
Bislang zeigte sich Oliver Ruhnert, der Manager des 1. FC Union, in dieser Transferperiode sehr zurückhaltend. Imago/Martin Hoffmann

Es ist eine ungewöhnliche Transferperiode aus eiserner Sicht. Zumindest wenn man Oliver Ruhnert heißt und normalerweise den Transfermarkt leer gekauft hat, bevor sich die Konkurrenz überhaupt bewegen konnte. Nicht, dass der 1. FC Union nicht trotzdem Bedarf hätte, es gibt ja zwei Baustellen. Aber es ist auch völlig erklärbar, dass sich bei den Eisernen in diesem Winter bislang nur auf der Abgabenseite was getan hat.

Der eine Grund liegt in dem guten Abschneiden im bisherigen Saisonverlauf. Der 1. FC Union hat sich als dermaßen geschlossene und homogene Truppe gezeigt, dass nicht jeder Transfer Sinn ergeben würde. Er müsste entweder sofort weiterhelfen, also das Niveau merklich anheben. Oder aber wie im Vorjahr mit Andras Schäfer so etwas wie ein vorweggenommener Sommertransfer sein.

Auf Teufel komm raus muss Ruhnert also nichts tun. Und die Wintertransferperiode ist ja ohnehin eine, in der es gemeinhin schwierig zugeht. Es gilt ja die alte Faustregel: Wer im Sommer Fehler gemacht hat, muss danach richtig Geld anfassen. 

Der 1. FC Union braucht einen Linksverteidiger und einen Spielmacher

Logisch erscheint, dass nach der Leihe von Tymoteusz Puchacz hinten links beim 1. FC Union Bedarf besteht. Zwar könnte man durchaus nur mit dem Trio Christopher Trimmel, Julian Ryerson und Niko Gießelmann in die zweite Saisonhälfte gehen. Doch dann dürfte keinem dieser drei Herren etwas passieren. 

Zwei Varianten erscheinen hinten links möglich: Ein junges Talent holen, das dann wie Julian Ryerson aufgebaut wird. In diese Kategorie könnte ein Hakim Guenouche von Austria Lustenau fallen. Oder jemanden verpflichten, der mindestens Gießelmann aussticht und damit mehr als eine reine Rotationsvariante ist.

Ein Spielmachertyp stünde dem 1. FC Union gut zu Gesicht

Gut zu Gesicht stehen würde dem 1. FC Union natürlich auch ein Spielmachertyp. Also jemand, der dem Kick der Eisernen den nötigen Spielwitz verleiht und gegen tiefstehende Gegner Lösungen findet, wenn die Fischer-Truppe das Spiel selber machen muss. Was ihnen bekanntlich nicht so liegt.

Problem dabei: Diese Art Spieler wächst nicht auf Bäumen, ist entsprechend dotiert und bei den Mannschaften der Liga, die mit den Köpenickern auf Augenhöhe agieren, eher nicht zu finden. Es müsste also jemand aus einem Spitzenklub sein, der dort gerade nicht zum Zuge kommt.

Allerdings birgt eine solche Personalie die Gefahr, dass die Eisernen womöglich ihr Spielsystem umstellen müssten. Mitten in der Serie ist das mit erheblichem Risiko gepaart.

Billig sind solche Kicker zudem nicht, was eine potenzielle Ablöse angeht. Und der 1. FC Union ist in Fragen der Entlohnung noch erhebliche Schritte entfernt von einem Großteil der Liga. Selbst wenn man einen Kevin Möhwald oder Levin Öztunali noch von der Gehaltsliste bekommen würde, ist der Spielraum da eher begrenzt. Zumal man mit Sicherheit nicht das Gehaltsgefüge sprengen möchte.

In Europa sich umzuschauen, wäre eher auch keine Sofortlösung. Derjenige müsste sich ja auch erst einmal akklimatisieren bei den Köpenickern. Selbst wenn er die Liga aus einem vorherigen Engagement kennen sollte, wie das einst bei Max Kruse der Fall gewesen ist.

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