Josip Juranovic feiert sein Elfmetertor für den 1. FC Union gegen den VfL Wolfsburg mit einem Luftsprung, der Kängurus alle Ehren gemacht hätte.
Josip Juranovic feiert sein Elfmetertor für den 1. FC Union gegen den VfL Wolfsburg mit einem Luftsprung, der Kängurus alle Ehren gemacht hätte. dpa/Swen Pförtner

Die Ergebnisdelle des 1. FC Union in der Liga geht weiter. In Wolfsburg kamen die Eisernen zu einem 1:1 (0:0) und jagen damit schon vier Spiele in Folge vergeblich einem Dreier hinterher. Immerhin konnte sie erstmals seit drei Spielen wieder ein Tor erzielen. Auch wenn das Elfertor von Josip Juranovic nicht für den erhofften Dreier langte.

Union brauche, so hatte Urs Fischer vorher gesagt, einen guten Tag. Und auch ein wenig Wettkampfglück. Einen schlechten Tag hatten die Eisernen im ersten Durchgang nicht wirklich. Zudem das nötige Quäntchen des beschworenen Glücks. Denn beim Freistoß von Mattias Svanberg stand die Latte auf Seiten der Köpenicker (15.). Als Omar  Marmoush nach einem Fehler im Aufbauspiel allein auf Frederik Rönnow zueilte, zirkelte er den Ball am sich breit machenden dänischen Keeper zwar vorbei, aber auch neben den Pfosten (45.). In der zweiten Halbzeit ließ der VfL-Stürmer noch zwei weitere gute Möglichkeiten aus (59./76.). Zuvor hatte der Schlussmann der Eisernen mit einem langen Bein auch noch Wolfsburgs Kilian Fischer entnervt (16.).

Die Führung der Hausherren wäre zur Halbzeit nicht unverdient gewesen, weil sie die klareren Chancen hatten. Union hatte da nicht allzu viel zu verzeichnen. Eher noch zu Beginn des Spiels. Sven Michel scheiterte einmal per Kopf  (2.) und setzte einen zweiten Versuch (5.) zu weit links neben das Tor. Dem Abschluss von Sheraldo Becker hingegen fehlte es erheblich an Wucht, VfL-Keeper Koen Casteels hatte keinerlei Probleme (20.).

Zumindest die Anhänger des 1. FC Union dürfen sich als Sieger fühlen

Hatten die Eisernen nicht auf dem Feld die Oberhand, so zumindest auf den Rängen. Die 2727 Fans des 1. FC Union waren weithin vernehmbar und deutlich präsenter als die rund 22.000 Anhänger der Hausherren.

Mit einem Dreifachwechsel versuchte Fischer dann nach rund einer Stunde, der Partie neue Impulse zu geben. Auch weil die Eisernen ein wenig müde wirkten. Für Rani Khedira, der früh Gelb gesehen hatte, kam Paul Seguin. Timo Baumgartl ersetzte Danilho Doekhi, der sich zwischenzeitlich am Oberschenkel behandeln lassen musste. Und auch Jerome Roussillon durfte für Niko Gießelmann an alter Wirkungsstätte ran.

VfL-Coach Kovac hat das glückliche Händchen beim Wechsel von Wimmer

Und dann kam der eine Moment, auf den der 1. FC Union gewartet hätte. Aissa Laidouni wurde im Strafraum von 
Josuha Guilavogui von hinten ganz leicht in den Hacken getreten. Keine Absicht, aber Foul ist Foul. Eine Chance, die sich Josip Joranovicic vom Punkt nicht entgehen ließ (72.). Puh. Was ein Glück, wenn man bedenkt, dass Union in dieser Spielzeit schon vier Elfmeter verschossen hatte in der Liga.

Auf einmal führten die Eisernen mit 1:0 und die Hausherren hatten wenig davon, dass sie eigentlich die Partie bestimmt hatten. Doch Niko Kovac wollte nicht das dritte Mal in dieser Spielzeit gegen den 1. FC Union verlieren. Mit einem Vierfachwechsel warf er alles nach vorne. Patrick Wimmer, kaum zwei Minuten auf dem Feld, erzielte dann auch prompt den Ausgleich (84.). Jokerglück für Kovac! Und begünstigt durch Diogo Leite, der den verdeckten Schuss unhaltbar für Frederik Rönnow abfälschte.

Unter dem Strich erzielt der 1. FC Union sein erstes Pflichtspieltor beim VfL Wolfsburg, holt sogar seinen ersten Punkt. Aber das Remis langt nicht, um RB Leipzig wieder von Platz drei zu verdrängen. 

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