Dirk Zingler setzt sich erneut für die Werte seines Vereins ein. Foto: dpa

Es war ein Nackenschlag mit Ankündigung, den die Eisernen am Dienstag hinnehmen mussten. Beinahe geschlossen stimmten die 36 Vereine der Deutschen Fußball-Liga (DFL) für ein einheitliches Hygienekonzept, das zur neuen Saison zwar einige Zuschauer in den Stadien zulässt, gleichsam aber Stehplätze, Gästefans und Alkohol im Stadion verbietet und personalisierte Eintrittskarten erfordert. Voraussetzungen, die die Eisernen, wie sie schon in der Vergangenheit betont hatten, nicht mit ihren Werten vereinbaren können, weshalb der Klub auch gegen diese Regelungen votierte, sich am Ende jedoch den Stimmen der Mehrheit beugen musste.

Vorerst jedenfalls. Denn wie Union-Präsident Dirk Zingler in einem Brief an die Mitglieder des Vereins bekräftigte, geben sich die Köpenicker in ihrem Kampf für ein sicheres, aber auch adäquates Stadionerlebnis nicht geschlagen.

„Wir werden uns nun damit auseinandersetzen, wie wir mit den zunächst bis zum 31. Oktober getroffenen Regelungen in Bezug auf die Spiele unserer Mannschaft umgehen“, erklärte Zingler in der Mitteilung. Konkret geht es vor allem um die Frage, wie viele Zuschauer in einem Stadion, das zu 75 Prozent aus Stehplätzen besteht, überhaupt zugelassen werden. Hier hätte Union, den ideellen Faktor mal außen vor gestellt, auch einen erheblichen wirtschaftlichen Nachteil gegenüber den ohnehin schon reichen Klubs aus München, Dortmund oder Leipzig, die in ihren Arenen mit etwa 12.000 Zuschauern planen, während Union selbst im besten Fall wohl nur mit 1000 Fans rechnen könnte.

Daran anknüpfend versprach Zingler erneut, sich für ein eigenes Hygienekonzept stark zu machen, das den Werten des Klubs eher gerecht wird:„ Wir werden unsere Bemühungen um ein Hygienekonzept fortsetzen, das unseren Vorstellungen von Fußball, die sich nicht zuletzt im baulichen Charakter unseres Stadions wiederfinden, gerecht wird – wohlgemerkt, und das kann man nicht oft genug betonen, bei Gewährleistung von bestmöglichem Infektionsschutz für alle Stadionbesucher und ohne Beanspruchung von Ressourcen, die andere Menschen dringender benötigen.“

Unions ursprünglicher Plan war, zu Saisonbeginn bereits in einem vollen Stadion spielen zu können, wenn alle Zuschauer einen negativen Corona-Test vorweisen können. Die entsprechenden Tests wollte der Verein selber zahlen.