Unions Max Kruse mit rausgestreckter Zunge, mit der er versuchte, ein paar Tropfen aus den auf ihn geworfenen Bierbechern zu erhaschen.  imago/Marcel Lorenz

Man kann sich, so man ein wenig Grips besitzt, mit gegnerischen Fans anlegen. Bringt wenig, auch wenn die Schmähgesänge und Bierbecherwürfe einen verständlicherweise bis zur Weißglut treiben können. Man kann es aber auch so machen wie Max Kruse nach seiner Auswechslung in Mainz. Aufreizend langsam die Runde drehen, die einen von der gegenüberliegenden Seite zur eigenen Bank bringt. Und dabei stets ein Lächeln auf den Lippen haben. 

Unions exzentrischer Angreifer entschied sich für diese Variante. Und fuchste die Anhänger der Rheinhessen damit umso mehr, weil er sich nicht aus der Ruhe bringen ließ. Sportlich hatte er dem FSV-Anhang ohnehin schon weh genug getan, weil er den tödliche Pass auf Taiwo Awoniyi serviert hatte, mit dem der Köpenicker den Rückstand zunächst ausglich, wenig später die Partie komplett drehte. 214 Sekunden lagen zwischen diesen beiden Treffern. 

Kruse: Was soll ich zu den Quatschköppen sagen? 

„Warum soll mich sowas provozieren? Ich wollte hier rausgehen, aber der Schiedsrichter hat mich nicht gelassen. Also musste ich irgendwo langgehen. Was soll ich zu solchen Quatschköppen sagen?,“ meinte der 33-Jährige cool und abgeklärt.

Vollends auf die Spitze trieb der Angreifer es mit dem Versuch, mit ausgestreckter Zunge ein paar Tropfen von den umherfliegenden Bierspritzern bei den Becherwürfen zu erhaschen. Ein komplettes Pils hätte sicherlich noch mehr gemundet.

Besser kann man mit so einer Situation nicht umgehen. Das sollten sich manche Heißsporne mal als Beispiel vor Augen führen. 

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