Ein Schuss wie ein Strich. Unions Kapitän Christopher Trimmel (r.) markiert mit seinem ersten Bundesligatreffer das Siegtor zum 2:1 gegen Köln. Foto: dpa/Odd Anderson

Endlich. Union, das tut so gut. Die Eisernen machen das Dutzend voll, sind zum zwölften Mal in Folge an der Alten Försterei ungeschlagen und - viel wichtiger noch - landen mit dem 2:1 (0:1) gegen den 1. FC Köln endlich mal wieder einen Heimsieg. Rang 7 gefestigt vor den in Mainz verlierenden Freiburgern.

10:3 Abschlüsse, 5:1 Ecken,  abgeblockt, von der Linie gekratzt - allein das Runde wollte nicht ins Eckige. Man möchte die Chancen gar nicht aufzählen, sonst würde man sich nur grämen. Vogelwild ist wohl das Attribut, das die ersten 45 Minuten am besten charakterisiert, in denen Union - mit dem formverbesserten Musa und einem quirligen Endo in der Startelf - doch erheblichen Druck machte und oft nur das berühmte Quäntchen fehlte.

Da aber die Nachspielzeit auch noch mit zum Spiel gehört, stellten die Gäste den Spielverlauf unmittelbar vor dem Pausenpfiff auf den Kopf. Knoche hatte zu ungestüm gegen Hector reagiert, der die Berührung dankend angenommen wie eine vom Blitz getroffene Eiche, und den fälligen Elfer setzte Duda cool in die Maschen zum 0:1 (45.+1). Keine Chance für Luthe, den immer noch ein schmuckes Pflaster aus der in Bielefeld zugezogenen Nasen-Blessur zierte. Bitter! Unverdient. Aber so ist Fußball. 

Vogelwildes Gekicke auf beiden Seiten

Ein Elfmeter half dann wieder die Partie auf Pari zu stellen. Ein Handspiel von Wolf. Angeschossen aus zwei Metern. Pfeift auch nicht jeder. Kruse macht es genauso cool wie zuvor Duda. Halbhoch, halbrechts und schon stand es 1:1 (48.). Saisontreffer Nummer 8 für den 32-Jährigen. In der Hinrunde war Kruse noch an Horn gescheitert und hatte damit den Liga-Rekord verpasst, 17 Elfer in Folge zu verwandeln. Derzeit steht er bei drei erfolgreichen Versuchen in Folge. Zu Belohnung gab es hinterher eine Pizza. „Normalerweise achtet unsere Ernährungsberater auf so etwas. Aber die haben wir uns heute verdient“, meinte der Ausgleichsschütze.

Und endlich, endlich belohnte sich Union für seine Mühen. Ryerson, bis dahin auf dem ungewohnten linken Flügel das, was im Klassenbuch gern als bemüht beschrieben wird, setzte sich durch, passte scharf in den Strafraum und den zu kurz abgewehrten Ball setzte Trimmel im Nachschuss ins lange Eck! Sein Premierentor im Fußballoberhaus für die Eisernen. Nach zuvor 18 Vorlagen! Zuletzt hatte Unions Capitano  zum Ligastart im Juli 2017 - damals noch in der 2. Liga - beim 1:0 in Ingolstadt getroffen. „Ich hatte mir ja schon einiges anhören dürfen, weil ich immer nur Vorlagen gebe und nicht treffe“, so Trimmel glücklich.

Auf mehr Strafstöße hatte Schiedsrichter Deniz Aytekin - sonst einer der Besten seiner Zunft - wohl keinen Bock. Seine Pfeife blieb unerklärlicherweise stumm, als Schlotterbeck im Strafraum von den Beinen geholt wurde. Sekunden zuvor hatte der eingewechselte Pohjanpalo es alleine vor Horn stehend versäumt, die Vorentscheidung herbeizuführen (77.). 

Langte aber dennoch, um den Dreier mit einem Kraftakt über die Zeit und nach Hause zu bringen. „Wir haben es heute erzwingen wollen. Auch nach dem Rückstand. Wenn wir das 3:1 machen, wird es auch hinten nicht mehr brenzlig bei den vielen langen Bällen“, so Rob Andrich.