Haben schon häufiger die Klingen gekreuzt: Unions Christopher Trimmel und BVB-Star Marco Reus. Foto: City-Press/Matthias Renner

Mittwochabend, Westfalenstadion, 20.30 Uhr. Der Kampf um Europa tritt in seine heiße Phase ein. Der zweitbeste Angriff der Liga (Dortmund/62 Tore) fordert die viertbeste Abwehr der Spielklasse (1. FC Union/35 Gegentore) heraus. Es ist ein Fall für die Abwehrspezialisten der Köpenicker und ganz speziell für Christopher Trimmel.

Wenn sich einer mit dem BVB auskennt, dann ist es Unions Capitano. Der 34-Jährige war als einziger Unionspieler aus dem aktuellen Kader in allen fünf Duellen mit der Borussia dabei. Und diese Kicks hatten es in sich, positiv wie negativ.

 Spannendes Duell: Trimmel gegen Reus 

Nun gut, dass die Schwarz-Gelben beim letzten Heimspiel die Eisernen mit 5:0 böse abwatschten und ihnen die höchste Niederlage in ihrer Bundesligageschichte verpassten, kann ja mal vorkommen. Bei den Westfalen sind schon ganz andere Klubs arg vermöbelt worden. Doch in allen anderen Spielen machte Union dem derzeitigen Tabellensechsten mehr Mühen, als dem lieb war oder er es sich wohl vorgestellt hatte. In der Liga hatte der BVB in Köpenick zweimal (!) das Nachsehen. Dem 3:1 aus der Premierensaison 19/20 folgte ein 2:1 in der Hinrunde der laufenden Spielzeit.

Unvergessen sind auch die beiden Pokalbegegnungen. 2016 brauchte der achtfache Deutsche Meister nach 120 torlosen Minuten schon das Elfmeterschießen, um gegen Union eine Runde weiterzukommen. Zwei Jahre später steuerte der BVB schon wieder auf einen Spielentscheid vom Punkt aus zu, ehe ein unglücklicher Handelfmeter Marco Reus den Siegtreffer in der 120. Minute ermöglichte.  Beide Male war Union übrigens „nur“ Zweitligist und vom Papier her nicht im Mindesten auf Augenhöhe mit der Borussia. 

Eben diesen Reus gilt es jetzt auch in Griff zu kriegen. Was uns wieder zu Christopher Trimmel zurückkehren lässt. Denn der deutsche Nationalspieler kommt ja über die linke Seite, da wird es also aufregende Duelle mit dem gebürtigen Burgenländer in eisernen Diensten geben. 

Trimmel war zuletzt in blendender Form. Trotz einer Carbonmaske nach seiner Nasen-OP war er beim 2:1 gegen Stuttgart als „masked Winger“ (maskierter Flügelstürmer) so wieselflink unterwegs, dass er zwei blitzsaubare Vorlagen zum Sieg gegen die Schwaben beisteuerte. Die Kurier-Überschrift gefiel dem österreichischen Nationalspieler übrigens so gut, dass er sie prompt als Hashtag in seinem Instagram-Account verwendete. Man kann also durchaus sagen, dass nicht nur mit Reus eine Aufgabe auf Trimmel zukommt, sondern auch umgekehrt.

Trimbo hat sich noch einiges vorgenommen für den Saisonendspurt. Auf seine bisher neun Torbeteiligungen möchte er zu gerne noch draufsatteln. „In der letzten Saison waren es elf Vorlagen. Das will ich überbieten. Von daher habe ich schon noch ein bisschen was vor“, meinte der Außenbahnspieler. Es hätte sicherlich keiner in Köpenick etwas dagegen, wenn er schon am Mittwochabend diesem Ziel ein Stückchen näherkommt.