Lasst euch umarmen, Unioner! Max Kruse wechselt zum 1. FC Union. Foto: imago-images/DeFodi

Achtung, Unioner! Haltet euch fest! Nach dem bereits hochkarätigen Transfer von Robin Knoche am Dienstag folgt am Donnerstag der ganz große Knaller: Max Kruse verstärkt  den 1. FC Union, wechselt ablösefrei nach Köpenick. Die Gerüchte um den 14-fachen Nationalspieler brodeln schon lange und haben sich schließlich bewahrheitet.

Mit Kruse wechselt die geballte Erfahrung von 250 Bundesligaspielen, 74 Toren und 68 Torvorlagen zu den Eisernen. Zuletzt traf der 32-Jährige auch in der Süper Lig in 20 Partien siebenmal und legte weitere sieben Treffer auf. Der gebürtige Reinbeker ist ein Scorer, wie sie die Eisernen bisher noch nicht hatten.

„Ich bin glücklich, wieder in der Bundesliga zu spielen und mit Union einen coolen neuen Verein kennenzulernen, der in den letzten Jahren eine tolle Entwicklung genommen hat“, sagt er in einer Vereinsmitteilung.

Doch der Aufbaustürmer hatte auch, egal wo er bislang seine Tore erzielte, stets seinen eigenen Kopf. Aus seiner Leidenschaft für das Pokerspiel machte Kruse nie einen Hehl, genauso wenig wie aus seinem sozialen Engagement, wie etwa für das Projekt „Viva con Agua“, dass sich für den freien Zugang zu sauberem Trinkwasser einsetzt.

So passt Kruse mit seiner extrovertierten, eigenwilligen, aber auch verantwortungsbewussten Art bestens zu den Eisernen, bei denen er, davon kann man ausgehen, als hängender Stürmer neben Sebastian Andersson auflaufen dürfte, sofern der natürlich bei Union bleibt. Wechselt Andersson, haben die Köpenicker in Kruse, der auch als alleinige Spitze auflaufen kann, einen mehr als hochkarätigen Ersatz.

Kein Wunder, dass da auch Kruses Ex-Verein Werder Bremen gerne zugeschlagen hätte. Doch dem Beinahe-Absteiger, bei dem der 32-Jährige schon in jungen Jahren erste Erfahrungen im Profifußball sammelte, sagte Kruse schließlich mit der Begründung ab, er wolle eine Luftveränderung. Die bekommt er nun bei Union, wo er im Vergleich zu seinem Engagement bei Fenerbahce Istanbul deutliche Abstriche beim Gehalt machen dürfte. Das türkische Spitzenteam hatte es allerdings zuletzt versäumt, Kruses Gehalt überhaupt zu zahlen, weshalb er im Juni seinen Vertrag aufkündigte. Union konnte ablösefrei zuschlagen.

„Dass ein ablösefreier Spieler dieser Qualität viele Optionen hatte und sich trotz wirtschaftlich deutlich höher dotierter Angebote für Union entschieden hat, freut uns sehr und zeigt, dass Union als Club mit anderen Werten punkten kann“, sagt Oliver Ruhnert, Geschäftsführer Profifußball.

Die Eisernen vermeldeten am Donnerstag zudem einen Abgang: Julius Kade, vor einem Jahr von Hertha BSC gekommen, wechselt nach einer enttäuschenden Saison zum Drittligisten Dynamo Dresden. Als zentraler Offensivmann hatte er nach der Kruse-Verpflichtung noch schlechtere Chancen auf Einsatzzeiten.