Union spielt international: Da fühlt sich Union Berlins Trainer Urs Fischer wie in der Film-Traumfabrik. Die Hauptrolle fällt wieder einmal Max Kruse (2.v.l.) zu.
imago images/MIS

„Union international“, lautete Max Kruses Kommentar zum obligatorischen Feier-Foto bei Instagram. Er war der Matchwinner beim 2:1-Siege gegen Leipzig zum Saisonabschluss. Der Treffer in der Nachspielzeit öffnete das Tor zur Conference League. Platz sieben weit vor dem Lokalrivalen Hertha BSC, 16 Heimspiele in Serie ungeschlagen, weniger Gegentore als der FC Bayern, weniger Niederlagen als Borussia Dortmund, lauten nur einige der erstaunlichen Eckdaten einer famosen Spielzeit. Aber was erwartet den 1. FC Union nun in der neuen dritten Liga in Europa?

„Es ist weltklasse, dass wir uns so belohnen, für eine herausragende Saison“, sagte Kruse. Die Symbolfigur für die fabelhafte Reise der Köpenicker Richtung Fußball-Kontinent war der 33-Jährige selbst - gekrönt von seinem Siegtreffer zum 2:1 in der Nachspielzeit gegen RB Leipzig, der die erste eiserne Europapokal-Qualifikation nach 20 Jahren möglich machte.

Lesen Sie auch: Der Wahnsinn hat einen Namen - Union! >>


imago images/Contrast
Nach 20 Jahren spielt der 1. FC Union erstmals wieder international.

1. FC Union spielt nach 20 Jahren wieder international

Seinem Matchwinner Kruse will Trainer Urs Fischer, der sich selbst wie in einem Hollywood-Streifen fühlte, mal ordentlich „auf's Brot schmieren“, dass das mit der Conference League Realität ist. „Null Bock“ verspürte Kruse kürzlich auf den neugeschaffenen dritten Europacup. „Ich bleibe bei meiner Meinung. Aber ich werde immer alles tun, damit wir Spiele gewinnen“, sagte er nun.

Lesen Sie auch: Was Urs Fischer Max Kruse jetzt ganz dick aufs Brot schmieren wird ... >>

In seiner sachlichen Art wird Fischer Kruse den Wettbewerb, über den auch viele Halbwahrheiten durch die Fußball-Welt geistern, vielleicht nochmal erklären. Keineswegs, wie oft behauptet, wird die Saisonvorbereitung der Eisernen gestört. Erst am 19. und 26. August steht die für alle obligatorische Playoff-Runde an, also nach dem Saisonstart in der Bundesliga Mitte August. Was sie noch wissen müssen: der KURIER erklärt's.

Wann geht die Conference League für den 1. FC Union los?

In der Conference League ist kein Team direkt für die Gruppenphase qualifiziert. Alle potenziellen Teilnehmer müssen in die Qualifikation.  Die Playoffs zur UEFA Europa Conference League finden am 19. und 26. August statt.

Lesen Sie auch: Unions Max Kruse: „Ich weiß, dass wir als Unioner keine Rassisten sind“ – ABER... >>

Wie funktioniert die Conference League?

Wie in der Champions League treten in der Europa Conference League 32 Teams in acht Gruppen mit je vier Mannschaften an. Die acht Gruppensieger erreichen das Achtelfinale. Die Gruppenzweiten der Europa Conference League treten in einer Playoff-Runde gegen die acht Gruppendritten der Europa League an, um die anderen acht Teilnehmer im Achtelfinale zu ermitteln.

Wann werden die Spiele der Conference League ausgetragen?

Die Europa Conference League wird parallel zur Europa League immer donnerstags um 18.45 Uhr und 21 Uhr spielen.

John Macdougall/AFP-Pool/dpa
Unions Trainer Urs Fischer trägt nach dem Spiel ein T-Shirt mit dem Aufdruck „Union spielt International“. Wie der neue Wettbewerb funktioniert, ist unterdessen noch nicht allen voll bewusst. 

Lesen Sie auch: Ein Traum wird wahr: Max Kruse köpft Union nach Europa! >>

Wie viel Geld bringt die Conference League?

Offiziell gibt es von der UEFA dazu keinen Angaben. Nach Informationen der Sportschau werden in der Europa Conference League   insgesamt 235 Millionen Euro an die 32 Teilnehmer ausgeschüttet. Das macht eine durchschnittliche Einnahme von rund 7,3 Millionen Euro pro Klub. Da man einige Reisen hinter sich bringt und möglicherweise einen größeren Kader braucht, bleibt nach Abzug der Kosten für manche Klubs wohl nicht viel übrig.

Das könnten Unions Gegner sein auf internationaler Bühne

Das 32er-Feld besteht in der Gruppenphase aber nicht nur wie Kritiker meinen aus No-Name-Teams aus Ost-Europa. Die AS Rom oder Feyenoord Rotterdam gehörten zu den klangvollen möglichen Kandidaten. Sicher dabei sind der FC Villarreal aus Spanien  und Tottenham Hotspur aus England. Der FC Basel, der frühere Verein von Trainer Fischer, kann sich noch über die Pre-Playoffs qualifizieren.