Loris Karius im Union-Tor. Das gab es in der Saison 2020/21 nur selten.
Loris Karius im Union-Tor. Das gab es in der Saison 2020/21 nur selten. dpa/Gora

Er war mal einer der gefragtesten Torhüter Deutschlands, jetzt sucht er einen Verein: Loris Karius (29). Der 1. FC Union lieh den Keeper 2020/21 vom FC Liverpool aus. Der sensationelle Transfer entpuppte sich aber schnell als großes Missverständnis, weil Karius sich auf der Bank der Eisernen wiederfand. Karius hat das Trauma noch nicht überwunden und klagt: „Ich hatte nie wirklich eine faire Chance!“

Karius ist momentan arbeitslos und hält sich in seiner Heimatstadt Biberach in Baden-Württemberg fit. Auf der Jobsuche ist ein Interview bei „Skysport“ natürlich hilfreich, um auf sich aufmerksam zu machen. Auf die Frage, welchen Karriereschritt er am meisten bereut, antwortet Karius so: „Im Nachhinein betrachtet, würde ich den Wechsel zu Union Berlin jetzt nicht mehr machen.“

Karius spricht von Stammplatzgarantie

Dann der Frontalangriff: „Ich hatte nur ein Gespräch mit dem Verantwortlichen, da wurde mir zugesichert, dass ich im Tor stehe und direkt meine Spielzeit bekomme. Das ist leider nicht so gekommen. Ich hatte nie wirklich eine faire Chance, mich dort auszuzeichnen.“ Die Vorwürfe sind alt, doch richtiger werden sie dadurch nicht.

Unions Manager Oliver Ruhnert stellte schon vor einem Jahr klar: „Grundsätzlich geben wir Spielern, die wir verpflichten, keine Einsatzgarantien oder versprechen Stammplätze.“ Natürlich nicht, Trainer Urs Fischer hat immer das letzte Wort. Und der entschied sich in der Saison eben für Andreas Luthe als Nummer 1.

Immerhin gibt Karius mit einem Jahr Abstand zu: Man muss auch sagen: „Für den Verein lief es in dieser Saison bombastisch, in der ganzen Hinserie wurde nur ein Spiel verloren. Ich war der Leidtragende, aber habe das Beste aus der Situation gemacht, habe anderen Spieler geholfen, junge Spieler herangeführt und meine Erfahrungen weitergegeben.“

Bei Liverpool ging es für Karius 2018 abwärts

Karius sagt jetzt, dass er nur zu einem Klub geht, wo er die Nummer 1 wird. Gefunden hat er diesen Klub noch nicht. 2016 war der Keeper als 23-Jähriger von Mainz zum FC Liverpool, zu Jürgen Klopp gewechselt. Zwei Jahre war er dort Stammtorhüter. Beim Champions League-Finale 2018 rasselte er mit Sergio Ramos zusammen und seine Augen waren beeinträchtigt. Zwei Patzer und Liverpool verlor 1:3.

Danach wurde Karius erst an Besiktas Istanbul ausgeliehen, dann eben 2020 an Union. Nach seiner Rückkehr zu Klopp blieb er weiterhin nur Ersatzkeeper und sein Vertrag lief jetzt aus. An Karriereende denkt er noch lange nicht und sagt: „Der Wille ist bei mir nach wie vor da. Ich bin in einem guten Alter, bin gesund, bin fit und mir macht es unheimlich viel Spaß. Ich habe noch viel in mir.“

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