Augen zu und durch: Anthony Ujah behauptet sich gegen Pawel Zielinski von Widzew Lodz im Kopfballduell. City-Press/Florian Pohl

Endlich mal wieder auf dem Rasen stehen. Und das sogar für 90 Minuten. Anthony Ujah war glücklich nach dem 0:0 gegen Widzew Lodz. Glücklich, aber K.o. „Ich bin tot“, scherzte der nigerianische Angreifer, der sich bei Union nach seinem Seuchenjahr mit zwei Knieoperationen hinter seinem Landsmann Taiwo Awoniyi sowie Andreas Voglsammer und Kevin Behrens einsortieren muss.

Ob sich das im Laufe der Rückrunde jetzt noch groß ändern wird, bleibt abzuwarten. Ujah will aber alles daran setzen, denkt nicht daran, die Eisernen noch in dieser Wintertransferperiode zu verlassen. „Das Spiel war wichtig für mich. Es ist ein Unterschied, ob man nur trainiert oder auch spielt“, erklärt der 31-Jährige zufrieden.

Ujah stand vor Karriereende

Im Juni 2020 bestritt Ujah sein letztes Pflichtspiel für die Eisernen. Denn die in der Sommerpause vor eineinhalb Jahren erfolgte Knieoperation – eigentlich ein Routineeingriff – wurde ein Desaster. Das ganze Spieljahr 2020/21, als Union nach Europa stürmte, musste Ujah passen. Zwischenzeitlich stand sogar ein Karriereende im Raum. „Es war eine 50-50-Sache“, erklärte der 1,80 Meter große Angreifer, der ein zweites Mal unter das Messer musste.

Diesmal wurden die Probleme beseitigt. Seit knapp einem halben Jahr kann er wieder schmerzfrei trainieren. Doch der Weg zurück in den Kader ist lang und dornenreich. In den drei Rückrundenpartien der Köpenicker gehörte der Nigerianer, der in 130 Bundesligaspielen 30 Tore erzielte, immerhin mit zum Aufgebot. Im November im Derby gegen Hertha BSC stand er sogar kurz vor seinem Comeback.

Die 90 Test-Minuten haben nun gezeigt: Ujah ist wieder fit. Doch der Konkurrenzkampf bei Union im Angriff ist hoch. Andreas Voglsammer und Kevin Behrens vertraten den nun vom Afrika-Cup zurückkehrenden Taiwo Awoniyi, mit dem Ujah das ganze Turnier über in Verbindung geblieben ist, gut.

Unions Fischer hat die Qual der Wahl

Union Trainer Urs Fischer ist froh über die vielen Optionen: „Die Qual der Wahl heißt ja auch, dass ich immer jemanden enttäuschen muss. Das müssen die Jungs aber annehmen.“ Ujah weiß, dass er weiter Geduld haben muss. Dennoch freut es ihn, dass er sich auf seinen Körper wieder verlassen kann. Ujah: „Auch von so einem Spiel kann ich viel profitieren. Aber leider haben wir ja nicht so viele Testspiele.“

Ujahs Plan: Er will das kommende halbe Jahr nutzen, um sich bis zum Sommer für Union und andere Klubs zu empfehlen. Denn dann ist er ablösefrei auf dem Markt.

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